Neues Feindbild für die Musikindustrie
Nicht nur CD-Brenner, sondern auch Handys sind nach Meinung von Experten die Hauptkonkurrenten für die Musikindustrie.
Der Chef der deutschen Plattenfirma Zomba Records, Kurt Thielen, sieht in ihnen neben dem illegalen Kopieren von CDs eine weitere Quelle für den Umsatzrückgang der Musikindustrie.
"Der größte Konkurrent für unsere Industrie ist das Handy", sagte er in einer Popkomm-Expertenrunde. Jugendliche gäben heute sehr viel Geld für das mobile Telefonieren und das Verschicken von Kurznachrichten aus; dieses Geld könne dann nicht mehr in CDs investiert werden.
Musikdownloads per Handy als neuer Geschäftszweig
Für die Zukunft sei das Handy aber wichtig für die
Musikindustrie, ergänzte Tim Renner, Präsident von Universal Music
Deutschland. Es gibt bereits die Möglichkeit, sich Musikdateien auf
Handys zu laden und per Kopfhörer anzuhören. Wenn dieses
Geschäftsfeld weiter ausgebaut und die Technik verbessert werde,
dann sei das ein wichtiger neuer Geschäftszweig. "Das Handy hat man
immer dabei und damit kann man dann immer und überall auch Musik
hören", meinte Renner.
Böse Brenner und GeschäftsmodelleBusiness as usual bis 2005
Allerdings geht der Prognosekreis der deutschen Plattenindustrie nicht davon aus, dass der Umsatz mit Musikdateien in den kommenden drei bis vier Jahren einen Boom erlebt.
"Bis 2005 ändert sich das Business nicht wesentlich", sagte Carl Mahlmann [EMI]. Tonträger wie CDs und Musikkassetten machen nach seiner Prognose auch dann noch einen Anteil von 99 Prozent am Musikmarkt aus.
Das Herunterladen von Musikdateien aus dem Internet und aufs Handy sowie das kostenpflichtige Anhören von Musikdateien [das so genannte Streaming] könnten aber in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts einen stärkeren Anteil bekommen und die CD nach und nach verdrängen.
Trotz Napster "ein Haufen Geld"
