Dell hat Gateway und Palm im Visier
In einem in der am Montag erscheinenden Ausgabe von FORMAT spricht der neue PC-Weltmarktführer Michael Dell über die Wirtschaftslage in den USA, die künftige Strategie von Dell und seine persönlichen Ziele.
Michael Dell im FuZo-Gespräch
Der gebürtige Texaner, der den mittlerweile weltgrößten
PC-Hersteller 1984 im Zimmer seines Studentenheims startete, hat das
Wachstum seiner Firma mit dem so genannten "Direct Model"
vorangetrieben. Dabei werden Zwischenhändler ausgeschaltet und der
Kunde direkt beliefert.
Direct Sales und Built to OrderUS-Wirtschaft am Tiefpunkt
Er gehe davon aus, daß die US-Wirtschaft am Tiefpunkt angelangt sei, rechne aber damit, daß es frühestens Ende des Jahres zu einer Erholung komme.
Er rechne ferner auch damit, erklärte er gegenüber FORMAT, daß vor allem in der Internet- und in der Telekombranche noch erheblicher Konsolidierungsbedarf bestehe: "Da sind Pleiten vorprogrammiert".
Im Gegensatz zu HP-Chefin Carly Fiorina und Compaq-Chef Michael Capellas befürchte er allerdings nicht, daß die US-Schwäche im verstärkten Ausmaß auch in Europa zu spüren sein werde.
Harte Zeiten für die PC-Branche
Glaubt man den Unkenrufen des weltweit zweitgrößten
Computerherstellers Compaq und des US-Konzerns Hewlett-Packard, so
stehen der IT-Branche harte Zeiten bevor.
Warnung von HP und Compaq CEOsGateway und Palm im Visier
Zu möglichen Spekulationen, Dell könne im Zuge einer Konsolidierung in der Computerbranche Gateway übernehmen, erklärte er gegenüber FORMAT: "Das ist sicherlich ein mögliches Szenario, wenngleich Gateway aufgrund seiner Performance nicht unbedingt ein attraktiver Übernahmekandidat ist".
Auch an eine eine Übernahme von Palm sei Dell, trotz einer mit rund acht Milliarden Dollar prall gefüllten Kriegskassa, derzeit nicht interessiert: "Der Umsatzzuwachs aus einer Übernahme entspräche dem Dell-Umsatz von sieben Tagen. Das ist noch kein wirkliches Geschäft".
