13.06.2001

WACHSTUM

Bildquelle: apa

Michael Dell im FuZo-Gespräch

Michael Dell, Gründer, CEO und Chairman des gleichnamigen Computerkonzerns, ist derzeit auf einem Kurzbesuch in Wien.

Der gebürtige Texaner, der den mittlerweile weltgrößten PC-Hersteller 1984 im Zimmer seines Studentenheims startete, hat das Wachstum seiner Firma mit dem so genannten "Direct Model" vorangetrieben. Dabei werden Zwischenhändler ausgeschaltet und der Kunde direkt beliefert.

Optimistisch Blick in die Zukunft

Auch jetzt, in Zeiten einer herbeibeschworenen Rezession, sieht Michael S. Dell sein Unternehmen nicht in Gefahr:

"Der Knackpunkt war vor sechs Monaten. Erstens sind labile Unternehmen wie gewisse Dot.Coms viel stärker von den Auswirkungen betroffen, zweitens macht die Federal Exchange einen guten Job mit der entsprechenden Senkung der Leitzinssätze", so Michael Dell.

Auch scheint er der Regierung seines Landsmannes George Bush zu vertrauen - denn nicht zuletzt die Steuerkürzungen sieht er mit positiven Effekt auf die Wirtschaft.

Wachstumsmarkt Europa

Europa spielt in seinen Plänen eine große Rolle. "Wir haben hier einen Umsatz von mehr als 7 Milliarden USD erzielen können", meint Michael Dell zur ORF On FutureZone. "Allein in Österreich sind wir im ersten Quartal um 28 Prozent gewachsen". Besonderes Augenmerk legt er auf die Sparten Notebook und Server, hier seien die größten Wachstumsraten zu erzielen.

Wachstumssegment Server

Wachstumsmarkt Nummer eins sind laut Dell die Server. Hier gewinnt sein Unternehmen ständig neue Marktanteile.

Die Produkte werden dabei "nicht nur mit Windows, sondern zunehmend auch mit Linux" ausgeliefert. Dell unterstütze auch diverse Server-Applikationen, die unter dem alternativen Betriebssystem laufen. Gerade im Server-Bereich steige die Akzeptanz ständig.

AMD-Prozessoren werde Dell aber auf absehbare Zeit nicht in seine Produktlinie einführen, antwortete Michael Dell auf entsprechende Nachfrage der FutureZone. "Uns ist derzeit der Pentium 4 wichtig. Wir evaluieren zwar ständig das AMD-Angebot, die aktuellen Chips sind aber eher im Pentium 3-Bereich einzuordnen". Und schließlich fehle die entsprechende Nachfrage der Kunden - "we only build things which people want to buy".

Dell bleibt beim "Direct Model"

Auf die Frage der FutureZone, ob er in seinem "Direct Model" keine Fehler entdecken könne, antwortete Dell nach kurzem Nachdenken: "Vielleicht nur einer - nämlich dass Kunden, die ihre Bedürfnisse noch nicht genau kennen, vom direkten Modell abgeschreckt werden. Allerdings muss man sagen, dass der Prozentsatz derjenigen ständig fällt". Das Problem "korrigiere sich von selbst".