Keine Libro-Rettung "auf Kosten der Kleinen"
Mit "größter Besorgnis" beobachten der österreichische Bild- und Tonträgerhandel und der Elektrohandel die aktuelle Entwicklung von Libro.
"Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Schuldenberg angehäuft, der fast zehn Prozent des Umsatzes unserer Branche in Österreich entspricht. Wir verfolgen mit größter Aufmerksamkeit, welche Schritte zur Schuldentilgung unternommen werden", betonte Wolfgang Krejcik, Vorsteher des Bundesgremiums des Radio- und Elektrohandels in der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ], am Dienstag.
"Aggressives Marketing" gegen "korrekte Wirtschaft"
Nachdem die Handelskette viele lokale Handelsstrukturen durch
"aggressivste Marketingmethoden österreichweit mutwillig zerstört
hat", hätten Hunderte Händler, die "korrekt gewirtschaftet" haben,
zusperren müssen. Ihnen, so der Gremialvorsteher, sei nicht geholfen
worden.
Libro-Insolvenz als Beinahe-TotalverlustWarnung vor Folgen für den Handel
Krejcik fordert nun die beteiligten Banken auf, nicht wieder Maßnahmen zu setzen, die dem Handel in Österreich schweren Schaden zufügen und ihn viel Geld kosten könnten.
"Eine Rettung würde damit mittelbar wieder aus Erträgen erfolgen, die die Banken zum großen Teil durch die Tätigkeit der Klein- und Mittelbetriebe erwirtschaften", betont der Vorsteher.
In jedem Fall sei genau zu prüfen, wie viel und welches Geld verwendet wird, um eine "offensichtlich durch schwere Managementfehler in den Abgrund geführte Handelskette" zu retten, so Krejcik.
Schwarze Schicksalswoche für Libro
Nach dem vergangene Woche ergebnislos abgehaltenen Bankengipfel
benötige Libro dringend 300 Millionen ATS [21,8 Mio. Euro]
Eigenkapital, um die Liquidität sicherzustellen.
Pionier des E-Kommerz braucht 300 Millionen ATS
