TA-Börsengang in Verlustjahr ein "Betrug"
Der frühere Finanzminister Hannes Androsch sieht es als "Betrug an den Anlegern" an, dass die Telekom Austria im vergangenen Herbst trotz der absehbar hohen Verluste ihren Börsengang vorgenommen hat.
"In einem Verlustjahr - mit einem gigantischen Verlust - an die Börse zu gehen, das ist Betrug an denen, die die Aktien gekauft haben", sagte der Unternehmer gestern Abend in der ORF-TV-Diskussion Betrifft, die sich dem Thema Talfahrt der Technologiebörsen widmete:
"Vier Wochen nach dem Börsengang eine Gewinnwarnung mit einem gigantischen Verlust - das ist ein Betrug."
TA-Kursmassaker nach GewinnwarnungMulmiges Gefühl wegen Überbewertung
Im Vorjahr seien viele Dot.coms und Start-ups "mit nichts an die Börse gegangen, an die Börse gebracht worden und an der Börse zugelassen worden", bezog sich der Ex-SPÖ-Finanzminister vor allem auf den Frankfurter Neuen Markt und konstatierte als heimische Parallele: "So wie es ein Schwindel war bei unserem Börsengang der Telekom in Österreich."
Den Aktienkurs seines eigenen börsennotierten Unternehmens, des steirischen Leiterplattenherstellers AT&S, bezeichnete Androsch als gegenwärtig "unterbewertet", sonst hätte er nicht erst kürzlich wieder Aktien zugekauft.
Vor einem Jahr, so Androsch, habe er dagegen noch ein "mulmiges Gefühl" gehabt, denn der damals hohe AT&S-Kurs sei "realwirtschaftlich nicht gerechtfertigt gewesen".
Die AT&S-Titel notierten zuletzt bei 18,30 Euro, vor 200 Tagen waren es noch 47,30 Euro.
AT&S fällt weiter in den Keller
