30.03.2001

POST CEBIT

Bildquelle: Krat

Kabellose Zukunft noch einmal verschoben

Die Industrie hat das Jahr 2001 - wie schon das Jahr davor - zum Jahr des Durchbruchs für Bluetooth ausgerufen. Die Funkübertragungs-Technologie für den Nahbereich soll - endlich - die kabellose Vernetzung von Handys, PCs und anderen elektronischen Geräten ermöglichen.

Insbesondere die CeBIT sollte der Technologie den nötigen Schwung verpassen, und nicht zufällig war das bisher "größte Bluetooth-Netzwerk" der Welt, über das CeBIT-Informationen auf Handhelds von Besuchern geschickt wurden, eines der am meisten beachteten Details in den Medien.

Obwohl auf der Messe eine Reihe von lange erwarteten Bluetooth-Anwendungen präsentiert wurden, scheint die nötige Dynamik für einen schnellen Durchbruch der Technologie immer noch zu fehlen. Kritische Beobachter sehen eine Massenanwendung erst 2003 oder 2004 und machen dafür vor allem die hohen Preise der Bluetooth-Chips verantwortlich.

Gadget-Manie und Kostenkalkulation

Nach den technischen Problemen, die der Standard in den letzten Jahren hatte, sorgt jetzt vor allem die schlechte Konjunktur und der damit einhergehende Rückgang des privaten Konsums für eine schleppende Entwicklung.

"Zu den jetzigen Kosten wird Bluetooth auf keinen Fall seinen Weg auf den Massenmarkt finden," gibt Ben Thompson von der Gartner Group die derzeitige Meinung vieler unabhängiger Beobachter wieder.

Auf der CeBIT wurde allerdings der Kostenfaktor in der Euphorie über die neuen Produkte meistens übersehen - oder verdrängt.

Fehlende Dynamik

Die derzeit für die Massenanwendung noch eindeutig zu teuren Bluetooth-Chips dürften paradoxerweise erst billiger werden, wenn eine Massennachfrage entsteht.

Vor einem oder zwei Jahren wäre das nicht unbedingt ein Problem gewesen, da mit dem New-Economy-Boom die rasante Nachfrage nach digitalen Neuheiten für die nötige Dynamik gesorgt hätte, um den kritischen Punkt der Einführungsphase schnell zu überwinden.

Momentan geht aber die Nachfrage sowohl der Unternehmen als auch der Konsumenten deutlich zurück, sodass die Blueooth-Chippreise nur sehr langsam sinken dürften.