Die FutureZone-Wochenschau
Montag
Die weltweit einmalige Situation, dass auf Festplatten Gebühren zum Urheberrechtsschutz aufgeschlagen werden, könnte in Österreich bald eintreten. Die Austro Mechana [AM] will nämlich im Alleingang - die FutureZone berichtete - eine derartige Regelung durchziehen. Die Computerindustrie hat gemeinsam mit der Wirtschaftskammer eine entsprechende Arbeitsgruppe gebildet, demnächst steht ein weiteres Treffen mit der Austro Mechana an.
Wie eine Serie von Stichproben der FutureZone ergeben hat, sind bis zu ein Viertel aller Sprachmailboxen des Betreibers One von Dritten beliebig abhör- und manipulierbar. "Wir haben dem Kunden immer kommuniziert, dass er sein Passwort ändern kann", sagt Alexandra Schreiber, Pressesprecherin von One.

Dienstag
Der im Zusammenhang mit den Sicherheitslöchern beim Mobilfunkbetreiber One erstmals einem breiteren Publikum in Österreich bekannt gewordene Telekom-Ausrüster Comverse bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer im Bereich Überwachungsanlagen ["world leader in legal interception solutions"] für zivile Netzwerke.
Auf der Wiener Kärntnerstraße kamen am Dienstag 3.000 "gefälschte" Computermäuse und 800 illegal hergestellte CD-ROM-Kopien unter die Räder. Initiator der Aktion war die global tätige "Business Software Alliance" [BSA], die sich als Interessenverband zum Schutz von Software als geistiges Eigentum versteht. Prominentestes Mitglied der BSA ist Microsoft.

Mittwoch
Dass die im IT-Jargon zu "Trojanern" verkürzten Virenscripts auch heuer wieder das Fest der Liebe für einen guten Teil der User in eines der Gemeinheit verwandeln werden, darüber sind sich auch andere einig, die maßgebliche Netzwerke des Landes betreuen. Mit dem zum Fest hin sprunghaft steigenden Aufkommen von Mailattachments mit Weihnachtsmännern, blinkenden Girlanden und anderem Tand werden auch vermehrt Trojanische Pferde verschickt.
Urlaubsreisen nach Österreich werden immer häufiger über das Netz gebucht. Zwölf Prozent aller europaweit über das Internet gebuchten Reisen gingen 1999 nach Österreich, womit die hiesige Tourismusbranche ihren Anteil an Online-Buchungen mehr als verdoppelt hat. Im Vergleich dazu machen die österreichischen Übernachtungen nur sechs Prozent aller europäischen Nächtigungen aus.

Donnerstag
Was die UMTS-Propagandisten in Europa groß versprechen, macht der Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo in Japan zur Realität: Als weltweit erstes Telekommunikationsunternehmen bietet der Konzern einen Videodienst für Mobiltelefone an.
Der Anteil europäischer Haushalte mit Internet-Anschluss ist nach einem Angaben der Europäischen Kommission im Laufe dieses Jahres kräftig gestiegen. In einem heute veröffentlichten Bericht heißt es, der Prozentsatz der ans Internet angeschlossenen Haushalte sei EU-weit von 18 Prozent im März diesen Jahres auf 28 Prozent im Oktober angestiegen.

Freitag
Nach "Navidad" ist ein weiteres recht raffiniert gebautes Stück Virus-Script aus Südwesteuropa oder Lateinamerika aufgetaucht. Neu an "Afeto" ist die Kombination aus Makrovirus und Wurm, die nicht nur eine ganze Reihe von Befehlen ausführt, sondern sich nachgerade hinterfotzig tarnt.
Ein Iridium-Kommunikationssatellit ist am Mittwochvormittag über der Arktis verglüht. Nach Auskunft der US-Raumfahrtbehörde, die insgesamt 8.000 Objekte in der Erdumlaufbahn beobachtet, trat der defekte Satellit um 9.44 Uhr Weltzeit in die Erdathmosphäre ein.
