Frankreich warnt vor Soldaten-Weblogs

"le monde"
18.08.2008

Missbrauch "zu feindseligen Zwecken"

Weblogs von Soldaten sind dem französischen Generalstab ein Dorn im Auge. Die Heeresführung wies ihre Streitkräfte schriftlich darauf hin, dass es gefährlich sein könne, in Blogs, Foren oder anderen Seiten im Internet über Militäreinsätze zu schreiben, wie die Tageszeitung "Le Monde" [Dienstag-Ausgabe] berichtete.

Derartige Informationen könnten "zu feindseligen Zwecken verwendet" werden und damit die Einsätze, die Sicherheit der Soldaten und möglicherweise auch deren Familien in Gefahr bringen. Die Soldaten dürften diese "Verletzlichkeit" nicht unterschätzen.

Kontakt zur Familie

Die meisten französischen Soldaten, die ein Blog führen, nutzen es als eine Art Tagebuch, um mit ihrer Familie in Verbindung zu bleiben und ihre Erlebnisse mitzuteilen, wie das Zentrum für Sozialwissenschaften des französischen Verteidigungsministeriums unlängst feststellte.

Meistens schwärmten die Soldaten darin von ihren Einsätzen, bisweilen täten sie aber auch Langeweile und Überdruss kund. Anders als in den Vereinigten Staaten haben die französischen Soldaten-Blogs dem Bericht zufolge nicht viele Leser.

USA: Blogs aus dem Irak

In den USA haben sich die Militärblogs seit dem Irak-Krieg zu einer weiteren Informationsquelle neben den üblichen Medien entwickelt.

(AFP)