"Porno"-Domain muss weiter warten
Die im Juni von der Internet-Verwaltung ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] abgesegnete "Porno"-Domain .xxx hängt weiterhin in der Warteschleife.
Im August hatte das US-Handelsministerium von seinem Vetorecht für ICANN-Entscheidungen Gebrauch gemacht und die Einführung des virtuellen Rotlichtbezirks vorerst gestoppt. Als Begründung gab die Behörde an, erst noch verschiedene Einwände überprüfen zu müssen.
ICANN-Chef Paul Twomey wisse aber bisher weder, um welche Einwände es sich handelt, noch, wie lange die Bewertung noch dauern wird.
Internationale Kritik
Kritik an der Einführung der Porno-Domain gab es bisher nicht nur
von den US-Konservativen, auch einige UNO-Mitgliedsstaaten hatten
der Entscheidung vor allem deshalb eine Absage erteilt, weil die
ICANN eine inhaltliche Kontrolle der Domain abgelehnt hatte.
"Porno"-Domain in der WarteschleifeBlamage für die ICANN?
ICM, der designierte Registrar von .xxx, sieht in der neuen Domain die Möglichkeit, Pornografie im Netz besser auffind- und damit auch besser filterbar zu machen.
Für die ICANN gilt dieser Fall auch als Bewährungsprobe, um ihre Unabhängigkeit von der US-Regierung zu beweisen.
Kritiker warnen, dass sich die ICANN als US-Spielzeug blamiert, wenn sie sich bei den .xxx-Domains nicht durchsetzt. Die USA hingegen würden beweisen, dass sie nicht nur willens, sondern auch fähig sind, ihre Macht über die ICANN zu missbrauchen.
Die von den USA kontrollierte Internet-Verwaltung wird immer öfter kritisiert. Beim Weltinformationsgipfel in Tunis wurde zwar die Gründung eines regierungsübergreifenden Gremiums beschlossen, dieses hat aber keine Entscheidungsgewalt.
USA bleiben oberster Netz-Verwalter
