29.11.2005

"KEIN THEMA"

Auch mobilkom ist gegen Verkauf

Ein Verkauf der mobilkom sei derzeit kein Thema, so Nemsic am Rande einer Investorenkonferenz in New York über die jüngsten kolportierten Verkaufsabsichten. Er verstehe es "als Kompliment, wenn man sagt, wir sind börsenreif - das sind wir auch", so Nemsic, Mobilfunk-Vorstand in der Telekom Austria [TA].

Gerüchte über einen möglicherweise vorzeitigen Führungswechsel bei der TA - Nemsic gilt als Favorit für die Nachfolge von TA-Chef Heinz Sundt - will er nicht kommentieren. Das sei Sache der Eigentümer. Nur so viel: "Wir haben ausgemacht, dass ein Jahr vorher gesagt wird, was los ist." Am 12. und 13. Dezember tagt der TA-Aufsichtsrat. Sundts Vertrag läuft noch bis April 2007.

Nemsic übte dafür Kritik an den Auflagen beim geplanten Verkauf des Mobilfunkunternehmens tele.ring an T-Mobile.

"Christlicher als der Papst"

"Unglaublich, dass sich EU-Behörden hier einmischen und sagen, Firma x, du musst dein Netz der Firma y schenken", meint Nemsic. Damit betreibe die EU de facto Marktanteils- und Gewinnregulierung. Hier sei man "christlicher als der Papst", die TA werde "brutal runterreguliert".

Die Behörde verbiete der mobilkom, Standplätze zu kaufen, und zwinge sie, neue zu bauen, kritisierte Nemsic. Das werde begründet mit der angeblichen Marktmacht nach der Philosophie "hau den Größten".

Erklären könne er sich das nicht, vielleicht hätten die Behörde dem österreichischem Markt, dem liberalsten in Europa, bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, so Nemsic weiter. In anderen Ländern, etwa in Schweden, habe es bei ähnlichen Transaktionen keine Einwände der Kommission gegeben.

Die Gerüchte über die Sundt-Ablöse

In der TA wundert man sich über Aussagen von ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis über eine mögliche Vertragsauflösung von Sundt.

Der Vorstand der Staatsholding hatte am Montag eine vorzeitige Ablöse nicht dezidiert ausgeschlossen - nicht zuletzt unter Verweis darauf, dass der TA-Boss zum Ende seines jetzigen Vertrages bereits 60 Jahre alt sei.