Neue Spekulationen über Yahoo-Zukunft
Der US-Milliardär Carl Icahn hat sich in die Führung des Konzerns eingekauft und will die Fusion mit Microsoft erzwingen.
Icahn will Medienberichten zufolge doch noch eine Übernahme von Yahoo durch Microsoft durchsetzen. Dazu strebe er an, die Kontrolle über mehrere Posten im Verwaltungsrat von Yahoo zu übernehmen, berichteten das "Wall Street Journal" und der Fernsehsender CNBC am Dienstag [Ortszeit].
Icahn sei vergangene Woche bei Yahoo eingestiegen und habe etwa 3,6 Prozent der Aktien gekauft. Bei der Anfang Juli anstehenden Hauptversammlung wolle er nun versuchen, drei bis vier der zehn Posten im Verwaltungsrat des Unternehmens zu besetzen, um die Politik des Unternehmens beeinflussen zu können.
Microsoft hatte nach monatelangen Gesprächen zuletzt rund 47,5 Milliarden Dollar [30,73 Mrd. Euro] für Yahoo geboten. Dieses Angebot hatte die Yahoo-Führung als zu niedrig zurückgewiesen.
Unzufriedenheit mit Yahoo-Spitze
Icahn hofft den Berichten zufolge auf die Unterstützung anderer Aktionäre, die mit dem Yahoo-Management unter Gründungschef Jerry Yang unzufrieden sind und einen Zusammenschluss mit Microsoft anstreben.
Ob Microsoft Icahn unterstützen wird, ist laut "WSJ" und CNBC noch nicht klar. Der Konzern hatte nach dem geplatzten Deal betont, nicht nochmals mit Yahoo über eine Übernahme zu verhandeln.
Nach dem Rückzug Microsofts aus dem Übernahmepoker um Yahoo ist die Kritik der Aktionäre an Yang gewachsen. Sollte Yang der Yahoo-Aktie nicht bald auf die Sprünge helfen, gehen Marktbeobachter davon aus, dass der Yahoo-Gründer von der Unternehmensspitze weichen muss.
(AFP)
