25.11.2005

BIS 5.12.

Eine letzte Galgenfrist für KaZaA

Madonna, Kylie Minogue und Eminem sind nur ein paar der Künstler, deren Songs laut Beschluss des australischen Bundesgerichts schnellstmöglich für die Nutzer von KaZaA blockiert werden müssen.

Wird dieser Filter nicht bis 5. Dezember eingeführt, droht der Plattform die endgültige Stilllegung. Die Liste der zu blockierenden Künstler wird von der Musikindustrie gestellt.

Sollte es Sharman Networks geligen, innerhalb der Frist eine neue KaZaA-Version mit einem Filtersystem für Suchanfragen vorzustellen, plane die Musikindustrie die Liste alle zwei Wochen zu aktualisieren.

Blockade für 3.000 Suchbegriffe

Sobald Sharman Networks einen Aktualisierungsvorschlag für die Liste erhält, müsse der betreiber innerhalb von 48 Stunden reagieren.

Vorerst umfasst die Liste rund 3.000 Suchbegriffe, was die Musikindustrie, die eigentlich einen Katalog von 10.000 Songs vorlegen wollte, verärgert hat.

Nachdem das gericht im September entschieden hatte, dass KaZaA gegen das Urheberrecht verstößt, kam von Sharman Networks der Vorschlag, das "Fingerabdruck-System" des US-Anbieters Audible Magic einzuführen.

Das Gericht beharrte aber auf einem Filter für Suchbegriffe. Der Betreiber müsse außerdem über Dialogfenster dafür sorgen, dass die Nutzer die neue Version nicht umgehen.

Entscheidung im Februar

Bis im Februar 2006 eine Entscheidung über den Einspruch von Sharman Networks gegen das Gerichtsurteil vom September getroffen wird, sind dem Tauschbörsen-Betreiber nun also die Hände gebunden.

John Kennedy, Vorsitzender der IFPI, begrüßte das Urteil als letzte Warnung für KaZaA. Es sei Zeit für Dienste wie KaZaA, sich zu verändern, zu filtern, das Angebot in ein legales Service umzuwandeln oder den Weg für andere legale digitale Musikangebote freizumachen.