17.11.2005

STUDIE

Digitale Recorder erhöhen Fernsehkonsum

Die Möglichkeiten der digitalen Aufnahmegeräte, etwa das zeitversetzte [und damit gezielte] Fernsehen und das Überspringen von Werbung, verlieren für die großen US-TV-Sender an Schrecken.

In einer gemeinsamen Studie haben die US-Sender CBS, ABC, NBC, Fox, WB und UPN nun herausgefunden, dass sie mit Hilfe der digitalen Videorecorder [DVR] sogar mehr Zuschauer für ihre TV-Angebote gewinnen können als ohne.

Die Technologie biete die Möglichkeit, auch jene Nutzer anzulocken, die ansonsten Shows beim Erstausstrahlungstermin versäumen würden, fanden die Sender heraus.

Für viele Topprogramme werde mit stärkerer Verbreitung von DVRs auch das Publikum und damit die Seherzahlen wachsen, so ein Vertreter von CBS.

Täglich 5,7 Stunden vor dem Fernseher

Laut Studie sehen Haushalte mit DVR täglich 5,7 Stunden fern, wobei rund 90 Prozent der Zeit regulär, also ohne DVR-Aufnahme, zur normalen Sendezeit konsumiert werden.

In den restlichen zehn Prozent werden vorzugsweise die gerade beliebtesten TV-Shows einer Saison angesehen. Haushalte ohne DVR schauen laut Bericht pro Tag dagegen nur 5,1 Stunden fern.

Keine Bedrohung für die Werbung?

Auch ihre Haupteinnahmequelle, die Werbung, sehen die US-Sender nicht mehr durch DVRs bedroht. 90 Prozent der befragten Zuschauer gaben zwar an, die Werbung größtenteils oder gleich ganz zu überspringen, wenn sie ein digital aufgezeichnetes Programm ansehen.

Doch laut Bericht schenkten 58 Prozent der schnell vorlaufenden Werbung dennoch ihre Aufmerksamkeit, 53 Prozent hätten sogar extra "zurückgespult", um sich eine bestimmte Werbung anzusehen.

TV-Inhalte gehen online

Allerdings holt die digitale Revolution die TV-Sender so oder so ein. Nachdem Apple in seinem Online-Shop iTunes erstmals TV-Serien zum Download angeboten hatte und damit eine unerwartet große Nachfrage erzeugte, stürmen nun auch die TV-Sender, zumindest in den USA, auf das Internet los.

Dabei haben sie weniger IPTV, also TV-Programme übers Internet ausgestrahlt, im Auge, vielmehr TV-on-Demand. In den letzten Wochen nach Apples Start haben immer mehr US-Sender angekündigt, ihre TV-Serien im Netz anbieten zu wollen, meist als Zweitverwertung.

Dabei werden unterschiedlichen Modelle ausprobiert: NBC kooperiert etwa mit dem digitalen Satelliten-Programm-Anbieter DirectTV und verlangt Geld für seine Serien - wie auch ABC bei iTunes für seine "Desperate Hauswives".