Zehntel der Werbung wird übersprungen
Bis 2009 werden 40 Prozent der US-Haushalte mit einem digitalen Videorecorder [DVR] ausgestattet sein. Das schätzt der Technologie-Consulter Accenture in einer aktuellen Prognose.
Mit der Verbreitung der Geräte wird auch eine Veränderung des TV-Verhaltens der Nutzer erwartet. Denn DVRs bieten die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens [Time-Shifting] und des Überspringens von Werbung [Ad-Skipping].
Die Möglichkeit zur Ausblendung werde zum Überspringen von bis zu einem Zehntel der TV-Werbeblöcke führen, so die Studie. Das werde bis zu sechs Mrd. Dollar an Werbungskosten wirkungslos verpuffen lassen.
Zurzeit verfügen rund acht Prozent aller US-Haushalte über einen digitalen Festplattenrecorder. Dadurch gehen Schätzungen zufolge etwa zwei Prozent der klassischen TV-Werbung durch "Ad-Skipping" verloren.
VKI-Test: 22 DVD-Recorder im Vergleich"Ad-Skipping" nur vorübergehend
Die deutschen TV-Vermarkter sehen die DVR-Gefahr hingegen weniger dramatisch. Die Verbreitung von Festplattenrecorden werde demnach überschätzt, ebenso die Nutzung des "Ad-Skipping" bei DVR-Besitzern.
Bsi 2010 rechnen die TV-Vermarkter mit einer DVR-Dichte von zehn Prozent, schließen aber eine Verbreitung von bis zu 30 Prozent nicht aus.
Allerdings werde selbst dann nur knapp fünf Prozent der TV-Werbung übersprungen, weil laut einer tiefenpsychologischen Studie die DVR-User nach etwa drei Monaten wieder zu ihren alten TV-Gewohnheiten zurückkehren.
Die anfängliche Begeisterung, sich von der vorgegebenen Programmstruktur und den Werbeblöcken zu emanzipieren, flaue nach zwei bis drei Monaten ab, so die tiefenpsychologische Studie des Kölner Forschungsinstitutes IFM.
Keine Angst vor Festplattenrecordern
