Digitalisierung krempelt Werbebranche um
So überspringen die Nutzer von Festplatten-Videorecordern mit zeitversetztem Fernsehen einfach den Großteil aller Werbeunterbrechungen, berichten die Marktforscher von Accenture.
Auch das Fernsehen "on demand", das heißt die Aufzeichnung zum späteren Ansehen, könnte die Werbepreise runieren, berichtet adage.com.
Und die Digital-Ära bei Videorecordern hat erst begonnen: Der Anteil der US-Haushalte mit Digitalrecorder soll von aktuell acht Prozent bis zum Jahr 2009 auf 40 Prozent steigen.
Langsam, aber sicher beginnen sich Festplatten-Videorecorder durchzusetzen. Das Konzept ist simpel: Auf der Festplatte können mehrere hundert Stunden Video gespeichert werden; die wichtigsten werden dann auf DVD gebrannt.
Festplatten statt VideokassettenWerbung kein Muss mehr
Beim Live-Fernsehen über digitale Videorecorder zeichnen diese das Gesehene automatisch auch auf, zeitversetzter TV-Genuss und Zurückspulen sind möglich.
Steigt der Seher erst nach etwa zehn bis 15 Minuten Aufnahme in eine Sendung ein, können Werbepausen so einfach vorgespult werden.
Auch der Preis für die einzelnen Werbezeiten gerät unter Druck, da immer mehr Leute die Programme nur noch dann schauen, wenn sie Zeit dafür haben, statt wie vom TV-Programm vorgegeben.
Bisher haben die Fernsehverantwortlichen die Auswirkungen des Videorecorder-Generationenwechsels immer heruntergespielt.
Einzig Hollywood zog gegen die Möglichkeit, Werbung schon bei der Aufnahme mit digitalem Videorecorder auszulassen und Aufgenommenes an andere Geräte im Haushalt sowie über das Internet weiterzugeben, vor Gericht.
Streit über Digitalrecorder vorerst beendetGebremstes Wachstum
Die digitale Umrüstung wird die TV-Branche aber keine Werbeeinnahmen kosten, sondern nur das Wachstum verlangsamen.
Nach Schätzungen von Accenture werden die Ausgaben für Fernsehwerbung bis zum Jahr 2009 nur noch um drei Prozent wachsen, während in anderen Medienbereichen mit einer Zunahme zwischen sechs und zehn Prozent gerechnet wird.
