13.11.2005

OLD ECONOMY

Grassers Website-Mitgestalter ist pleite

Das Handelsgericht Wien hat am vergangenen Dienstag ein Konkursverfahren über das Unternehmen eröffnet, geht aus der Ediktsdatei des Gerichts hervor. Laut "WirtschaftsBlatt" hatte das Unternehmen im Frühjahr Schulden in Höhe von 2,6 Mio. Euro. Die Anmeldungsfrist für Forderungen läuft bis zum 5. Dezember.

Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Helmut Platzgummer bestellt. Die erste Tagsatzung ist für den 19. Dezember festgesetzt worden.

Die Firma FirstInEx war vor rund eineinhalb Jahren in die Schlagzeilen geraten, nachdem der Klagenfurter Anwalt Stephen Medwed bestätigt hatte, als Treuhänder 0,7356 Prozent an dem Unternehmen für Karl Grasser senior gehalten zu haben.

Ein Erbe der Yline-Pleite

Ursprünglich war FirstInEx ein Spin-off des schon 2001 Pleite gegangenen Internet-Unternehmens Yline gewesen. Kurz vor der Pleite hatte YLine die Firma gegen Aktientausch wieder komplett übernommen, um sie dann aus der Konkursmasse an die Wiener Fondsgesellschaft Amis weiterzuverkaufen.

Die AMIS-Vorstände Harald Loidl und Dietmar Böhmer stehen seit einigen Wochen im Verdacht, "15.000 Kunden um Beträge im Gesamtausmaß von ca. Euro 70 Millionen geschädigt zu haben".

Unklare Eigentümerstruktur

Wer zuletzt Eigentümer der FirstInEx war, ist aber unklar. Im Juni hatte der frühere Yline-Chef Werner Böhm bestätigt, das Unternehmen aus eigener Tasche wieder zurückgekauft zu haben.

FirstInEx bereits aufgelöst

Weniger bewegt als die Eigentümerstruktur war die Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Laut Kreditschützerdaten hatte FirstInEx zum Höhepunkt 30 Mitarbeiter und der Umsatz die Zwei-Millionen-Euro-Marke nicht überschritten. Nach Eröffnung des Konkurses vergangene Woche ist das Unternehmen aufgelöst worden.

FirstInEx hatte einst den Auftrag zur Gestaltung der Website von Karl-Heinz Grasser bekommen und laut Grassers Büro-Chef Matthias Winkler 114.000 Euro dafür erhalten. Zwischenzeitlich soll die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen sein, was FirstInEx aber immer bestritten hatte.