13.02.2004

ANALYSE

Grassers Website - die Abrechnung

Die am Freitag veröffentlichte, detaillierte Abrechnung eines Teils der Kosten für die persönliche Homepage von Finanzminister Karl-Heinz Grasser brachte in der Sache wenig Klarheit.

Die lange Liste der Leistungen der Hochegger-Tochter maRtrix sowie der Firmen COP und Lemon42 wirft vielmehr ein grelles Licht auf die absolute Diskrepanz zwischen diesen Konzepten und der existenten Homepage Karlheinzgrasser.at.

Kurz gesagt: Die Leistungsaufstellung liest sich so, als wäre eine komplexe Nachrichten-Website mit noch darüber hinausgehenden Leistungen erstellt worden, die sieben Tage in der Woche laufend aktualisiert wird.

"Benchmarkanalysen"

Warum es für die Erstellung einer privaten Homepage einer "Benchmarkanalyse" bedarf, erklärt die Aufstellung ebenso wenig wie die Tatsache, dass der "Betrieb einer 24 Stunden Support-Hotline" dafür abgerechnet wurde.

Ebenso merkwürdig muten Posten an wie "Work-Flow-Management inklusive Rollen- und Rechtekonzept" und "ausfallssichere, gespiegelte Server" für eine Homepage, die seltene Updates sieht und auf einer CD locker Platz findet.

Die News des "Medienhauses"

Die Homepage hätte im Kontext des Vereins nur ein "Mittel zum Zweck" sein sollen, es seien weitgehendere Aktivitäten wie die Publikation von Büchern und Veranstaltungen geplant gewesen, sagte der ehemalige Kommunikationschef der Industriellenvereinigung dem Nachrichtenmagazin "Format".

Die "allzu starke Persönlichkeitsorientierung" habe er sich "so nicht vorgestellt" und überhaupt sei alles so hoch budgetiert gewesen, weil die Initiative anders konzipiert war und "hinter der Homepage Mitarbeiter eine Initiative aktiv betreiben" sollten.