Grassers Website - die Abrechnung
Die am Freitag veröffentlichte, detaillierte Abrechnung eines Teils der Kosten für die persönliche Homepage von Finanzminister Karl-Heinz Grasser brachte in der Sache wenig Klarheit.
Die lange Liste der Leistungen der Hochegger-Tochter maRtrix sowie der Firmen COP und Lemon42 wirft vielmehr ein grelles Licht auf die absolute Diskrepanz zwischen diesen Konzepten und der existenten Homepage Karlheinzgrasser.at.
Kurz gesagt: Die Leistungsaufstellung liest sich so, als wäre eine komplexe Nachrichten-Website mit noch darüber hinausgehenden Leistungen erstellt worden, die sieben Tage in der Woche laufend aktualisiert wird.
Karlheinzgrasser.at weist mit heutigem Stand an Inhalten gerade das Mindestangebot einer persönlichen Homepage auf, die entsprechend unregelmäßig aktualisiert wird. Der Verein zur Förderung der New Economy verwendet für diese Homepage allerdings den Begriff "Medienhaus".
240.000 Euro für Grassers Website"Benchmarkanalysen"
Warum es für die Erstellung einer privaten Homepage einer "Benchmarkanalyse" bedarf, erklärt die Aufstellung ebenso wenig wie die Tatsache, dass der "Betrieb einer 24 Stunden Support-Hotline" dafür abgerechnet wurde.
Ebenso merkwürdig muten Posten an wie "Work-Flow-Management inklusive Rollen- und Rechtekonzept" und "ausfallssichere, gespiegelte Server" für eine Homepage, die seltene Updates sieht und auf einer CD locker Platz findet.
That's New Economy
Auf diese Weise wurde in etwa die Hälfte der Summe von 240.000
Euro ausgegeben, die andere Hälfte der Summe ging im Zuge der
Yline-Pleite, deren Tochter FirstInEx das allererste Konzept
erstellt hatte, schlicht verloren.
"25.000 Euro für Website zu wenig"Die News des "Medienhauses"
Die Homepage hätte im Kontext des Vereins nur ein "Mittel zum Zweck" sein sollen, es seien weitgehendere Aktivitäten wie die Publikation von Büchern und Veranstaltungen geplant gewesen, sagte der ehemalige Kommunikationschef der Industriellenvereinigung dem Nachrichtenmagazin "Format".
Die "allzu starke Persönlichkeitsorientierung" habe er sich "so nicht vorgestellt" und überhaupt sei alles so hoch budgetiert gewesen, weil die Initiative anders konzipiert war und "hinter der Homepage Mitarbeiter eine Initiative aktiv betreiben" sollten.
Die neuesten Nachrichten des "Medienhauses" Karlheinzgrasser.at sind vom 10. Februar, die Schlagzeile lautet "Verein zur Förderung der New Economy legt offen".
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