06.02.2004

OFFENGELEGT

240.000 Euro für Grassers Website

In der Diskussion um die Homepage von Finanzminister Karl-Heinz Grasser wurden nun die Kosten offengelegt.

Laut dem vorgelegten Bericht der Wirtschaftsprüfungskanzlei Ernst & Young wurden rund 240.000 Euro für die Website aufgewendet.

Dass so hohe Kosten fällig wurden, begründete Grassers Kabinettchef Matthias Winkler damit, dass der Auftrag im Herbst 2001 neu ausgeschrieben worden sei. Den Auftrag gewann damals maRtrix.

Christoph Wize, Geschäftsführer der Wiener Pixelwings [und nicht zuständig für die Website], schätzte Mitte letzten Jahres die damals kolportierten 175.000 Euro als zu hoch ein. Über den Daumen gepeilt sei ein derartiger Auftritt für rund die Hälfte bis zwei Drittel dieses Gelds auf dem freien Markt zu haben.

30.000 Euro für Sicherheit

Laut Winkler konnte nur ein Teil der bis dahin von der Firma FirstInEx geleisteten Vorarbeiten im Gegenwert von rund 114.000 Euro weiterverwendet werden.

Der neue Auftragnehmer maRtrix [eine Tochter der PR-Firma Hochegger] habe dann noch einmal 105.000 Euro bekommen, eine weitere Werbeagentur 20.800 Euro, so Winkler weiter.

Im ZiB2-Interview gab Grasser an, dass FirstInEx in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen sei, wie "einige der damaligen New-Economy-Firmen". Die 114.000 Euro, die die Firma erhalten habe, seien nur zwei Drittel der veranschlagten Summe gewesen.

Ebenfalls in der ZiB2 gab Winkler an, dass hinter der Website mehr stecke, als vordergründig zu sehen sei. So koste das Sicherheitssystem 30.000 Euro, die Leitungen würden mit 20.000 Euro zu Buche schlagen, das Design ebenfalls mit 20.000 Euro und das Redaktionsystem mit 60.000 Euro.