Einfachere Lizenzierung von Online-Musik
Zu diesem Zweck empfahl die Kommission am Mittwoch zwei Lizenzierungsmodelle.
Verbesserungen im Lizenzierungsverfahren seien notwendig, weil neue Online-Dienste wie Webcasting und On-Demand-Abruf von Musik Lizenzen benötigen, die für die gesamte EU gelten, so die Kommission. Daher habe man die Betroffenen zu zwei Lösungsmodellen befragt.
Bessere Zusammenarbeit
Nach dem ersten Modell soll die Zusammenarbeit zwischen
Verwertungsgesellschaften verbessert werden, damit jede in der EU
ansässige Gesellschaft EU-weite Lizenzen für das gesamte Repertoire
der anderen Gesellschaften erteilen kann. Ein anderer Vorschlag
würde den Rechteinhabern die Möglichkeit geben, eine
Verwertungsgesellschaft ihrer Wahl mit der EU-weiten
Rechteverwertung bei der Online-Nutzung ihrer Musikwerke zu
beauftragen.
Erster Schritt zur einheitlichen LizenzpolitikUnterschiedliche Anforderungen
Die befragten Musikfirmen, Verwertungsgesellschaften, Tonträgerhersteller und gewerbliche Nutzer waren dabei geteilter Meinung. Während kommerzielle Nutzer und Verwertungsgesellschaften das erste Modell befürworteten, sprachen sich Musikfirmen eher für das zweite Modell aus.
Daher empfiehlt die Kommission, den Rechteinhabern und gewerblichen Nutzern urheberrechtlich geschützter Werke die Möglichkeit zu geben, sich für das Lizenzierungsmodell ihrer Wahl zu entscheiden.
Keine territorialen Beschränkungen
Territoriale Beschränkungen und den Kundenkreis eingrenzende Bestimmungen sollen in bestehenden Lizenzverträgen aufgehoben werden. Gleichzeitig will man aber den Rechteinhabern, die von solchen Verträgen absehen möchten, die Möglichkeit einräumen, ihr Repertoire der EU-weiten Direktlizenzierung zugänglich zu machen.
Bei der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM stößt die Idee einer kollektiven EU-weiten Rechtevermarktung indes auf Ablehnung: Sie sieht "Gefahren für kleinere nationale Repertoires und Rechteinhaber, Unternehmen in kleineren Märkten, die wirtschaftliche Wertschöpfung kleinerer Märkte und die kulturelle Vielfalt Europas", hieß es in einer Reaktion.
Darüber hinaus wurde mangelnde Rechtssicherheit kritisiert.
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