18.08.2005

ONLINE-MUSIK

Erster Schritt zur einheitlichen Lizenzpolitik

Selbst in der wegen seiner Starrheit viel kritisierten Musikindustrie scheint langsam ein Umdenken zu beginnen.

Die Verwertungsgesellschaften von Belgien und den Niederlanden haben nun als Erste einer einheitlichen europaweiten Lizenz für Online-Musik zugestimmt.

Der Vorschlag stammt von der EU-Kommission, die damit das Download-Geschäft in Europa ankurbeln will, um an den Geschäftserfolg von US-Musikshops anzuknüpfen.

Sie fordert ein getrenntes Lizenzierungsverfahren für herkömmliche Tonträger und Online-Musik.

Andere Länder noch skeptisch

Die Lizenzierungsstellen der anderen Länder stehen der Vereinheitlichung noch skeptisch gegenüber. So hatte die deutsche Musikrechte-Agentur GEMA die EU-Pläne erst im Juli kritisiert.

Sie befürchtet, dass von einem einheitlichen Lizenzierungssystem nur die Major-Labels wie Sony BMG, Universal Music, EMI und Warner Music profitieren würden.

Doch die Kommission will bei fehlendem Eigenengagement der nationalen Stellen hart durchgreifen. Sie hat angedroht, die Verwertungsgesellschaften wegen Behinderung des Wettbewerbs zu klagen, wenn die nationalen Restriktionen nicht modifiziert werden.