Zweites Leben für ausrangierte PCs
Der Gebrauchtrechnermarkt boomt, allein bei eBay werden täglich oft mehr als zehntausend Geräte aller Preislagen angeboten. Die Altrechner kosten oft nur die Hälfte neuer PCs oder gar noch weniger und ihre Leistung reicht für alle gängigen Standardanwendungen aus.
Das Geschäft mit den Second-Hand-PC ist überwiegend in der Hand kleiner Firmen, die sich auf die älteren Maschinen spezialisiert haben.
Mittlerweile gibt es zudem Absatzkanäle, die bis weit in die aufnahmefähigen Märkte von Dritte-Welt-Ländern reichen.
So hat es sich etwa die britische Organisation Computer Aid oder auch der österreichische "Verein zur Unterstützung von Menschen" [www.vum.at] zur Aufgabe gemacht, ausrangierte PCs zu sammeln und Schulen und wohltätigen Organisation in der ganzen Welt zukommen zu lassen.
Computer für EntwicklungsländerAlle drei Jahre neue Computer
Jedes Jahr werden allein in Deutschland nach Branchenschätzungen mehr als eine Million PCs ausrangiert. Nach drei Jahren Abschreibungsfrist rüsten die meisten Unternehmen mit leistungsfähigeren Rechnern nach.
"Wir gehen davon aus, dass das eine Größenordnung von etwa zehn Prozent der Gesamtmenge von 1,1 Millionen Tonnen Altgeräten ausmacht, die wir pro Jahr erwarten", sagt Otmar Frey, Chef der gemeinsamen Task-Force Altgeräte des Zentralverbands der deutschen Elektroindustrie ZVEI sowie des deutschen Branchenverbandes BITKOM.
Das bedeutet gut hunderttausend Tonnen Altgeräte aus dem gesamten Bereich Informationstechnik. In der Regel werden sie weiterverkauft, günstig an Mitarbeiter abgegeben, aufgearbeitet oder zur Ersatzteilgewinnung genutzt.
Elektroschrott-Richtlinie sorgt für Gratis-Entsorgung
Seit Mitte August können ausgediente Elektrogeräte in allen
EU-Ländern gratis bei Händlern [beim Kauf eines neuen Gerätes] oder
an Sammelstellen abgegeben werden.
Elektroschrott-Richtlinie tritt in KraftHersteller überarbeiten Alt-PCs
Bei Fujitsu-Siemens werden nicht nur hochwertige Workstations und Server wieder flottgemacht oder für Ersatzteile ausgeschlachtet. "Im günstigsten Fall kann man die Geräte noch wieder verwenden", sagt Dietmar Mormann, Leiter des firmeneigenen Recycling-Centers.
Wenn es sich um gefragte Gerätekonfigurationen handelt, kauft Fujitsu-Siemens seine alten Geräte zurück, überarbeitet sie und bringt sie als günstige Gebrauchtgeräte wieder auf den Markt.
Reger Gebrauchthandel
Im Online-Shop wiedervermarktung.de [liefert nur innerhalb Deutschlands] gibt es eine Auswahl von PC, Notebooks, Monitoren, Druckern und Scannern, die vor allem aus Messeeinsätzen stammen. Die Preise für Pentium-III-Rechner starten bei 89 Euro. Dort kommen Interessenten preisgünstig aber auch zu kompletten Serversystemen.
"Die Geräte werden gereinigt, auf den jeweils neuesten Stand ihrer Baureihe gebracht, mit Arbeitsspeicher nachgerüstet, und dann durchlaufen sie einen kompletten Systemtest," erläutert Mormann. Nachdem alle Altdaten gelöscht und das Betriebssystem installiert wurde, gehen die Geräte in den Verkauf.
Second-Hand-Spezialisten in Österreich
Auch in Österreich haben sich viele Firmen wie PC-Online [www.pconline.at], Halma [www.halma.at], IGT Computer [www.igt.at/de/computer.htm] und R.U.S.Z [www.rusz.at] auf den Vertrieb von Gebrauchtgeräten spezialisiert.
