Computer für Entwicklungsländer
Weltweit werden jedes Jahr knapp hundert Millionen Computer weggeworfen, allein in Großbritannien sind es jährlich an die 1,5 Millionen noch funktionierenden Geräte.
Computer Aid, eine Organisation in London, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Geräte zu sammeln und Schulen und wohltätigen Organisation in der ganzen Welt zukommen zu lassen.
Die weltweit größte Organisation dieser Art wurde 1997 gegründet und hat bis heute 30.000 PCs in 85 Länder verschickt. Für nächstes Jahr sind 25.000 geplant und das Jahr darauf bereits 50.000.
Das Potenzial hierfür ist jedoch noch weitaus größer, denn jährlich werden 145 Millionen Rechner ausgeliefert und große Firmen nehmen alle zwei Jahre Upgrades vor. Die meisten ausrangierten Computer werden einfach weggeworfen.
In diesem Jahr werden weltweit rund 100 Millionen PCs ausgemustert, 2005 sollen es gar 120 Millionen sein. Dies berichtet das Marktforschungsinstitut Gartner in einer Studie.
2004 ist Eintauschjahr für PCsRund 1.000 Computer in der Woche
Wöchentlich gehen hunderte Anfragen bei Computer Aid in London ein, aus diesem Grund ist die Organisation mittlerweile in eine ehemalige Fabrikshalle übersiedelt, wo ein Team von rund 30 Freiwilligen wöchentlich bis zu 1.000 Computer verarbeitet.
Die meiste Arbeit soll jedoch auf ganz UK ausgelagert werden um das Einsammeln von Geräten einfacher zu gestalten, sollen Sammelstellen in ganz Großbritannien eröffnet werden.
Dennoch ist die Einstellung vieler Firmen nach wie vor problematisch, wenn es darum geht, was mit alten Computern passieren soll. In den meisten Fällen bleiben sie einfach irgendwo stehen oder wandern in den Müll.
Die Elektroschrott-Richtlinie der EU, die 2005 in Kraft tritt, soll zumindest diese Form der Entsorgung verbieten.
Die Elektroschrott-Richtlinie, die das EU-Parlament bereits 2002 verabschiedet hat, soll ein brisantes Umweltproblem lösen helfen. Ab 2005 müssen ausgemusterte Elektrogeräte in der EU von den Herstellern kostenlos eingesammelt und entsorgt werden.
Richtlinie zu E-Müll bringt MehrkostenSchulen in Afrika werden aufgerüstet
Schulen in Afrika sind auf Organisationen wie Computer Aid angewiesen. Ein Vertreter einer Partnerorganisation, Computer Education Trust [CET], in Swaziland gibt an, dass vor Beginn der Initiative 99 Prozent der Schüler und Studenten keinen Zugang zu PCs hatten.
Jetzt sei die Situation weitaus besser und rund 50 Prozent der Absolventen würden gute Computer-Kenntnisse besitzen. Für 75.000 Euro wurde ein Drittel der Schulen Swazilands mit IT-Equipment ausgestattet.
Ein Gerät von Computer Aid kostet exklusive Versandkosten rund 60 Euro. Unterschiede ergeben sich jedoch aus der Destination, wo die Rechner hingeschickt werden. Trotz der oft sehr weiten Transporte gehen dabei nur drei bis vier Prozent kaputt.
