Richtlinie zu E-Müll bringt Mehrkosten
Die Elektroschrott-Richtlinie, die das EU-Parlament bereits 2002 verabschiedet hat, soll ein brisantes Umweltproblem lösen helfen.
Ab 2005 müssen ausgemusterte Elektrogeräte in der EU von den Herstellern kostenlos eingesammelt und entsorgt werden.
Die EU-Staaten verpflichten sich außerdem, ein Netz von Sammelstellen aufzubauen und ab 2006 pro Bürger und Jahr vier Kilo Elektroschrott einzusammeln. Dadurch rechnen Hersteller in Deutschland nun mit einer Verteuerung der Produkte von jeweils 50 Cent bis zu einem Euro.
Die tatsächliche Höhe der Kosten ist freilich noch völlig ungewiss. Die große Unbekannte in der Rechnung ist die Rücklaufquote der gebrauchten Geräte.
IT-Schrott wird mehr
Vor allem die rasante Zunahme von Elektro- und Elektronikgeräten
legt nachdrückliches Handeln nahe: Während 1998 Altgeräte EU-weit
mit rund sechs Mio. Tonnen etwa vier Prozent der kommunalen Abfälle
ausmachten, ist inzwischen ein jährliches Wachstum von drei bis fünf
Prozent zu verzeichnen. Das bedeutet, dass in fünf Jahren bis zu 28
Prozent mehr Elektro- und Elektronikgeräte anfallen werden und sich
die Menge in zwölf Jahren verdoppelt haben wird.
China versinkt im elektronischen MüllMehrkosten in Millionenhöhe
Klaus Hieronymi, Umweltmanager bei Hewlett-Packard [HP], teilte mit, dass sein Unternehmen durch die Elektroschrottverordnung Mehrkosten von zehn bis 30 Mio. Euro pro Jahr erwarte.
Neben HP rechnet auch Sony mit erheblichen Mehrkosten. Der japanische Konzern kalkuliert mit Mehrausgaben von zehn bis 15 Mio. Euro pro Jahr.
In der Schweiz liegt die Rücklaufquote gemessen an der Menge der Neugeräte bei etwa 14 Prozent, in Schweden und Norwegen bei acht Prozent und in den Niederlanden und Belgien bei kaum über vier Prozent.
