28.05.2004

EINSAMMELN

Richtlinie zu E-Müll bringt Mehrkosten

Die Elektroschrott-Richtlinie, die das EU-Parlament bereits 2002 verabschiedet hat, soll ein brisantes Umweltproblem lösen helfen.

Ab 2005 müssen ausgemusterte Elektrogeräte in der EU von den Herstellern kostenlos eingesammelt und entsorgt werden.

Die EU-Staaten verpflichten sich außerdem, ein Netz von Sammelstellen aufzubauen und ab 2006 pro Bürger und Jahr vier Kilo Elektroschrott einzusammeln. Dadurch rechnen Hersteller in Deutschland nun mit einer Verteuerung der Produkte von jeweils 50 Cent bis zu einem Euro.

Die tatsächliche Höhe der Kosten ist freilich noch völlig ungewiss. Die große Unbekannte in der Rechnung ist die Rücklaufquote der gebrauchten Geräte.

Mehrkosten in Millionenhöhe

Klaus Hieronymi, Umweltmanager bei Hewlett-Packard [HP], teilte mit, dass sein Unternehmen durch die Elektroschrottverordnung Mehrkosten von zehn bis 30 Mio. Euro pro Jahr erwarte.

Neben HP rechnet auch Sony mit erheblichen Mehrkosten. Der japanische Konzern kalkuliert mit Mehrausgaben von zehn bis 15 Mio. Euro pro Jahr.

In der Schweiz liegt die Rücklaufquote gemessen an der Menge der Neugeräte bei etwa 14 Prozent, in Schweden und Norwegen bei acht Prozent und in den Niederlanden und Belgien bei kaum über vier Prozent.