2004 ist Eintauschjahr für PCs
In diesem Jahr werden weltweit rund 100 Millionen PCs ausgemustert, 2005 sollen es gar 120 Millionen sein. Dies berichtet das Marktforschungsinstitut Gartner in einer Studie.
Dieser Wert übertrifft sogar die Austauschrate aus den Jahren 1998 und 1999, wo es vor der Datumsumstellung auf das Jahr 2000 [Y2K] zu einem regelrechten PC-Austausch-Boom kam.
Weil so viele PCs ersetzt werden, sollen die PC-Verkäufe im laufenden Jahr um 13,6 Prozent steigen auf 186,4 Millionen steigen.
Laut der Studie sind mehr als 30 Prozent der derzeit installierten PCs mindestens drei Jahre alt und laufen unter älteren Windows-Versionen, für die kein voller technischer Support mehr gewährleistet wird. Das soll der Hauptgrund für die steigenden Verkäufe sein.
PC-Absatz steigend
Laut Gartner stieg die Zahl der verkauften PCs 2003 im Vergleich
zum Vorjahr um 10,9 Prozent auf 168,9 Millionen PCs.
PC-Absatz kräftig gestiegenAlte PCs bedrohen die Umwelt
Der Austausch-Boom ist jedoch Ursache für ein massives Umwelt-Problem. Angeblich landen 80 Prozent des weltweit jährlich anfallenden Elektronikmülls in Asien und wiederum 90 Prozent davon in China.
Ein großer Teil davon wird in der südlich gelegenen Provinz Guangdong verwertet und von hunderttausenden Gastarbeitern für einen Hungerlohn "recycelt".
Dabei werden die Geräte in ihre Einzelteile zerlegt und weiterverkauft. Dies ist eine gefährliche Arbeit, bei der Computerteile teilweise über Kohlefeuer verbrannt oder mit Säuren behandelt werden, um Kupfer, Gold und andere Metalle zu extrahieren.
Das Land will sich jetzt aber mit gesetzlichen Maßnahmen gegen die zunehmende Umweltbelastung zur Wehr setzen.
Verbotener Abfall-Transfer
Der Transfer von gefährlichen Abfällen wurde 1989 durch die
Basler Konvention verboten. Die USA haben das Vertragswerk aber
nicht ratifiziert.
High-Tech-Schrott bedroht Asiens UmweltRecycling statt Wegwerfen
In der EU müssen ausgemusterte Elektrogeräte ab 2005 von den Herstellern kostenlos eingesammelt und entsorgt werden.
Die EU-Staaten haben sich außerdem verpflichtet, ein Netz von Sammelstellen aufzubauen und ab 2006 pro Bürger und Jahr vier Kilo Elektroschrott einzusammeln.
Auch in den USA gibt es nun Recycling-Pläne: In Kalifornien dürfen Computer und Fernseher seit 2001 nicht mehr auf Mülldeponien entsorgt werden. Ab 1. Juli soll für jedes Gerät beim Kauf eine zusätzliche Gebühr zwischen sechs und zehn USD eingehoben werden. Damit will man künftig das Recycling finanzieren.
Weiters soll auch der Export von IT-Müll eingeschränkt und nur erlaubt werden, wenn eine Bestätigung der Zieldestination vorliegt.
Bleifreie PCs
Eine EU-Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten ab Juli
2006 zu einem Verzicht auf gefährliche Inhaltstoffe wie Cadmium und
Blei. Das betrifft auch Nicht-EU-Länder, die ihre Produkte in der EU
vertreiben wollen.
Bleifreies Rechnen in Sicht
