Bleifreies Rechnen in Sicht
Chiphersteller Intel hat bekannt gegeben, dass die Verwendung von Blei in seinen Produkten heuer um 95 Prozent reduziert werden soll.
Nachdem Blei bereits aus Flash-Speicher-Karten verbannt wurde, sollen nun auch Chips und Prozessoren ohne Schwermetall hergestellt werden.
Eine EU-Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten ab Juli 2006 zu einem Verzicht auf gefährliche Inhaltstoffe wie Cadmium und Blei. Das betrifft auch Nicht-EU-Länder, die ihre Produkte in der EU vertreiben wollen.
So will man die Umweltschäden verringern, die aus dem weltweit immer größer werdende Problem IT-Schrott resultieren. Zudem wirkt sich Blei, das im vergangenen Jahrhundert in fast allen elektrischen Geräten Verwendung fand, auch negativ auf die Gesundheit aus.
Fujitsu verzichtet auf Schadstoffe
Bereits seit zwei Jahren ist ein "umweltfreundliches Mainboard"
von Fujitsu Siemens Computers erhältlich. Mit der "Limited Green
Edition" des D1337-A will das Unternehmen demonstrieren, dass der
"fast vollständige" Verzicht auf Schadstoffe in Elektronikbaugruppen
technisch realisierbar ist.
Umweltfreundliches MainboardBleifrei im Trend
Auch Chiphersteller National Semiconductor will bis Ende des Jahres Blei völlig aus seinen Produkten verbannen und gab an, dass 90 Prozent seiner Erzeugnisse bereits bleifrei sind.
Weiters will man in PCs keine auf Brom und Antimon basierenden Brandhemmer mehr verwenden, weil diese ein potenzielles Gesundheitsrisiko darstellen.
Einen weiteren Schritt in Richtung bleifreie Computer macht Chiphersteller AMD, der seit einiger Zeit für die Herstellung seiner Produkte teilweise kein Blei mehr verwendet. In Zukunft soll das Blei durch eine Zinn-Silber-Kupfer-Legierung ersetzt werden.
Die Computerhersteller Hewlett Packard und Dell wollen das Umweltproblem von einer anderen Seite anpacken: Mit eigenen Recycling-Programmen, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, sollen alte PCs und Zubehör umweltfreundlich entsorgt werden.
Biologisch abbaubar
Das Kompetenzzentrum Kerp, das sich mit dem Recycling von alten
Elektrogeräten und nachhaltiger Produktentwicklung beschäftigt, ist
dabei, eine Computermaus aus biologisch abbaubaren Materialien zu
entwickeln.
Ökodesign gegen ElektroschrottPC-Industrie lange nicht umweltfreundlich
Die Umweltschutzgruppe "Silicon Valley Toxics Coalition" begrüßte die Entscheidung von Intel, betonte aber, dass die Computerindustrie noch einen weiten Weg vor sich habe, bevor man sie umweltfreundlich nennen könne.
"Um einen Computer herzustellen, werden über 1.000 Chemikalien gebraucht, und viele davon sind gefährlich. Wir wissen nicht einmal, welche Auswirkungen sie alle auf die Umwelt haben können", meint Sheila Davis, Leiterin der "Clean Computer"-Kampagne.
E-Müll bedroht Chinas Umwelt
Rund 90 Prozent des in den USA anfallenden IT-Schrotts landen in
China. Der Transfer von gefährlichen Abfällen wurde 1989 durch die
Basler Konvention verboten. Die USA haben das Vertragswerk aber als
einziger Indsutriestaat nicht ratifiziert.
China versinkt im elektronischen Müll
