Ökodesign gegen Elektroschrott
"Die Maus ist aus unserer Sicht ein Produkt, wo sich die verschiedenen Aspekte des Ökodesign demonstrieren lassen", so Thomas Leitner, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Kerp, das sich mit Elektroaltgeräte- Recycling und nachhaltiger Produktentwicklung beschäftigt.
Gerade ein Produkt wie die Computermaus, die jeder Nutzer stundenlang in der Hand hält, dient als ideales Demonstrationsobjekt, an dem Hersteller und Entsorger gleichermaßen forschen können.
Biologisch abbaubare Materialien und zwei Mischungen aus Kunst-und Naturwerkstoff auf Holzbasis werden für das Gehäuse getestet.
Kompetenzzentrum KerpBleifrei
Umweltverträglich wird die Maus aber erst, wenn alle Aspekte des Ökodesigns berücksichtigt werden.
Das bedeutet, dass das Produkt ohne Schadstoffe wie Blei, Chrom oder bestimmte Flammhemmer auskommen muss.
Derzeit wird auch an Konzepten zur Energiespeicherung für eine drahtlose Ökomaus geforscht. Um auf schwer zu entsorgende Akkus und Batterien verzichten zu können, stehen Akkumulatoren und Kondensatoren auf dem Prüfstand.
matrix - computer & neue medienEU-Richtlinien
80.000 Tonnen Elektroschrott fallen jährlich allein in Österreich an, 30.000 Tonnen sind davon Computer-Schrott wie beispielsweise Bildschirme, Rechner, Drucker, Scanner, etc. Ein jährlicher Anstieg von drei bis fünf Prozent wird erwartet.
Anfang 2003 sind dazu zwei EU Richtlinien in Kraft getreten. Vorgeschrieben wird eine verpflichtende Sammlung und Entsorgung von Elektroaltgeräten.
Die Rohstoff-Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten zu einem Verzicht auf gefährliche Inhaltstoffe wie Cadmium und Blei. Bereits 2005 muss die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden.
Für die Hersteller bedeutet das eine Umstellung auf bleifreie Lötpasten und Planung von logistischen Systemen, die die Rücknahme von Altgeräten europaweit ermöglichen.
In Ländern, in denen ein PC mehr als zwei Jahresgehälter eines Lehrers kosten kann, und wo aus diesem Grund nicht einmal die Informatik-Studenten Computer zur Verfügung haben, ist selbst ein älterer Rechner noch ein Luxus-Gegenstand. Der "Verein zur Unterstützung von Menschen" hat deshalb vor sechs Jahren begonnen, in Österreich gebrauchte Computer zu sammeln und damit in Afrika Schulungszentren zu versorgen und aufzubauen. matrix berichtet über das Recycling der anderen Art.
Zweites "Leben" für Computer
