Ron Sommer bestreitet Vorwürfe
Laut dem ehemaligen Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, wurden Kleinaktionäre über die Übernahme des US-Mobilfunkers VoiceStream rechtzeitig informiert.
Im Schadenersatzprozess Tausender Kleinaktionäre gegen die Deutsche Telekom hat Sommer Vorwürfe zum Kauf des US-Mobilfunkunternehmens VoiceStream [heute T-Mobile USA] bestritten.
Der DT-Vorstand und der Aufsichtsrat hätten dem Kauf von VoiceStream erst Ende Juli 2000 zugestimmt, der dritte Börsengang dagegen sei bereits einen Monat zuvor im Juni 2000 erfolgt, sagte Sommer am Montag in Frankfurt am Main vor dem Oberlandesgericht.
Die 16.000 Kläger in dem Verfahren werfen der DT vor, die Übernahme von VoiceStream sei bereits vor dem Börsengang besiegelt gewesen. Im Prospekt zum Börsengang habe die DT aber nicht über die geplante Übernahme von Voicestream und die damit verbundenen Risiken informiert.
Kein "konkretes Ergebnis" vor Börsengang
Sommer sagte, im Juni 2000 habe sich die DT in Verhandlung mit verschiedenen Telekommunikationsunternehmen befunden. "Vor dem dritten Börsengang sind wir, insbesondere was VoiceStream betrifft, zu keinem konkreten Ergebnis gekommen."
Die Übernahme des US-Unternehmens, die im Sommer 2001 abgewickelt wurde, hatte die DT nach eigenen Angaben insgesamt rund 39 Milliarden Euro gekostet. Der Schuldenstand des Unternehmens stieg damit auf den Rekordstand von 71 Milliarden Euro.
Die Ankündigung im Juli 2000 erfolgte gut einen Monat nach der Platzierung der dritte Tranche der DT-Papiere zu 66,50 Euro. Heute notiert die Aktie noch bei elf Euro.
Die rund 16.000 Kleinanleger verlangen von dem Unternehmen zusammen rund 80 Millionen Euro Schadenersatz für die erlittenen Kursverluste, weil sie sich vom Börsenprospekt getäuscht fühlen. Der VoiceStream-Deal ist der zentrale Angriffspunkt neben der angeblich fehlerhaften Bewertung der DT-Immobilien in den Konzernbilanzen.
Das Gericht hatte aber bereits in der vergangenen Woche vorläufig zu erkennen gegeben, dass es das Vorgehen der DT in der Immobilienfrage für rechtens hält.
(futurezone | Reuters | AFP | dpa)
