Sony verspricht "iTunes" für Filme
Der Filmkonzern Sony Pictures hat auf der Digital Hollywood Conference angekündigt, den Nachfolger des iTunes Store entwickeln zu wollen - allerdings für Filme.
"Wir wollen für den Internet-Handel der Filmindustrie Standards setzen, ebenso wie Steve Jobs [Geschäftsführer von Apple, Anm.] das mit iTunes für die Musikindustrie gemacht hat", sagte Michael Arrieta, Vizepräsident von Sony Pictures. Das fertige Portal solle eine Art "Anti-Napster" werden.
Das Unternehmen plant derzeit die Digitalisierung von vorerst 500 Filmen, die bereits im nächsten Jahr nicht nur im Internet erhältlich sein sollen.
Künftig sollen auch Filme auf Flash-Memory-Karten für den mobilen Gebrauch am Handy auf den Markt kommen. Außerdem soll das bereits bestehende Sony-Download-Portal für das Herunterladen von Filmen weiterentwickelt werden.
Auf der Digital Hollywood Conference, einem dreitägigen Branchentreff der Filmindustrie, diskutieren die Führungskräfte über verschiedene Wege, den Konsumenten Filme, Serien und andere Angebote auf einer Vielzahl von Geräten zugänglich zu machen, nach dem Motto "immer und überall".
Erstmals ein Nicht-Japaner an Sony-SpitzeGegen Apple-Standards
Mit der Plattform will Sony - ebenso wie andere Studios, die ähnliche Pläne zum Verkauf von Filmen hegen - auch verhindern, dass ein Computerunternehmen wie eben Apple mit iTunes die Standards für den Vertrieb setzt und so die Möglichkeit hat, die Preise zu diktieren.
Die Plattform soll dafür sorgen, dass künftig mehr Geld in die Kassen der Filmproduzenten fließt und nicht bei Computerentwicklern landet.
Gleichzeitig will Sony auf diese Weise effektiv gegen den Verkauf und Tausch von illegalen Filmkopien vorgehen.
Auch wenn die Branche das "digitale Zuhause" pushen will, waren sich die Vertreter auf der Konferenz dennoch einig, dass sich die Inkompatibilität vieler Geräte und Plattformen sowie verschiedene Kopierschutzmethoden auf die Verbreitung neuer Technologien negativ auswirken.
Sony hat in der Vergangenheit vermehrt zugegeben, wichtige Trends verschlafen zu haben.
Sony will wieder näher an den KundenPassende Hard- und Software
Der Erfolg von Apple liegt vor allem in der Verknüpfung seiner Download-Plattform mit der passenden Hardware - dem iPod.
Wenn Sony nun in Apples Fußstapfen treten will, wäre eine Verknüpfung der Film-Download-Plattform mit der PlayStation Portable [PSP] denkbar.
Erste Filme für die PSP kommen im UMD-Format [Universal Media Disc] auf den Markt. Die UMDs haben eine Speicherkapazität von 1,8 GB und wurden als Spiele- und Filmdatenträger speziell für die PSP entwickelt.
Welche Pläne Sony für die UMDs im Rahmen des Film-iTunes hat, ist jedoch nicht klar.
Wie die EU-Kommission am Donnerstag nach einer Prüfung gemäß der EU-Fusionskontrollverordnung mitteilte, steht dem Erwerb des Filmherstellers Metro-Goldwyn-Mayer [MGM] durch Sony Pictures, Comcast und eine Gruppe von Finanzinvestoren nichts mehr im Wege.
Sony kauft MGM-Filmstudios
