Viren-Gefahr für Handys steigt
Bisher stellten Handy-Viren keine reale Bedrohung für die Besitzer von Mobiltelefonen dar. Weil aber die neue Generation von Handys immer mehr Zusatzfunktionen besitzt und über Bluetooth- und GPRS- beziehungsweise 3G-Zugang zum Internet verfügt, rechnen Sicherheitsexperten in Zukunft mit einem Anstieg der Attacken.
Neben Viren, die die Geräte bis zum Totalabsturz bringen können, wird es auch für Hacker immer einfacher, Kalender, Kontaktlisten oder andere wichtige Informationen auszulesen oder das Handy gar in ein Abhörgerät zu verwandeln.
Der britische Sicherheitsexperte Adam Laurie zeigte vergangenes Jahr in einem Versuch, wie leicht es ist, sich Zugriff auf Handy-Daten zu verschaffen. Vor dem Parlament kopierte er über Bluetooth die Kalender und Kontaktlisten von 46 Abgeordneten quasi im Vorbeigehen.
Weiters verwandelte er ihre Handys in Abhörgeräte und konnte so Gespräche, die in der Nähe des Telefons geführt wurden, mithören.
Neuer Handy-Virus kursiert im NetzViren nutzen Symbian-Lücken
Bisher erregte vor allem der als "Proof-of-Concept" entwickelte Virus "Cabir" Aufsehen, der von Betroffenen jedoch ein o.k. benötigt, bevor er sich selbst installiert und keine Schadensroutine ausführt. "Cabir", dessen Quellcode im Herbst im Netz aufgetaucht war, verbreitete sich bis dato in neun Ländern.
Der Virus "Skulls" hingegen erwies sich als bösartig, indem er die Tastatur des Telefons sperrt und damit dem User den Zugriff entzieht.
Ein anderer Virus versteckte sich hinter dem Videospiel "Mosquitos" und verschickte ohne Wissen des Benutzers SMS-Nachrichten an eine kostenpflichtige Rufnummer.
Alle diese Viren nutzten Sicherheitslücken im Handy-Betriebssystem Symbian aus, das mittlerweile auf etwa 90 Prozent aller Handys zum Einsatz kommt.
"Sobald die Zahl der Smartphones eine kritische Masse erreicht und junge Hacker sich mit den Geräten beschäftigen, werden wir den ersten gefährlichen Virus haben", so F-Secure-Chef Risto Siilasmaa.
F-Secure mit Fokus auf mobiler Sicherheit F-Secure mit Fokus auf mobiler SicherheitAnti-Viren-Hersteller reagieren
Auch die Anti-Viren-Spezialisten sehen zunehmend Handlungsbedarf beim Thema Sicherheit am Handy und bieten entsprechende Software an. In Kooperation mit den Handyherstellern werden auch immer öfter Smartphones ab Werk mit Sicherheitsfeatures ausgerüstet.
Um das Auslesen von Informationen zu verhindern, empfehlen die Sicherheitsspezialisten, auch den Bluetooth-Modus auf dem Handy auf "versteckt" zu stellen.
Sorgen bereitet den Spezialisten aber auch der anhaltende WLAN-Boom, der auch auf Handys Einzug hält.
