RIAA verklagt 83-jährig Verstorbene
Schon oft wurde die Musikindustrie wegen ihres übermäßig harten Vorgehens gegen Tauschbörsen-Nutzer kritisiert. Nun berichtet "The Charleston Gazette" von einer neuen peinlichen juristische Panne.
Im Zuge einer Klagewelle gegen Tauschbörsen-Nutzer wurde eine 83-jährige Verstorbene wegen Urheberrechtsverletzungen belangt, die sie nie begangen hatte.
Die Frau soll unter dem Nickname "smittenedkitten" [gequältes Kätzchen] 700 Rock-, Pop- und Rap-Titel in Tauschbörsen zum Download angeboten haben.
Doch zu Lebzeiten besaß Gertrude Walton gar keinen Computer. "Meine Mutter hasste Computer, sie hätte nicht einmal gewusst wie man einen Rechner einschaltet," so die Tochter der Verstorbenen, Robin Chianumba, die einen Monat nach dem Tod ihrer Mutter die Klage zugestellt bekam.
Ausforschung über IP-Adresse
Die Musikindustrie macht die vermeintlichen Musikpiraten über
ihre IP-Adresse ausfindig. Doch nicht immer lässt sich eindeutig
klären, wer den ausgeforschten PC zu dieser Zeit benutzt hat.
Keine Nutzerdaten für Musikindustrie"Werden Klage fallen lassen"
Ein Sprecher der Recording Industry Association of America [RIAA] gestand inzwischen ein, dass es sich bei der verstorbenen 83-Jährigen wohl nicht um "smittenedkitten" handelt.
"Wir haben die Beweisaufnahme und die daraus entstehenden rechtlichen Schritte bereits vor Monaten eingeleitet," so Jonathan Lamy. "Wir werden die Klage jetzt natürlich fallen lassen."
Dies ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art, der bekannt wurde. Schon öfter liefen die Ermittlungen der Musikindustrie offenbar in die völlig falsche Richtung und Personen, die nicht einmal einen PC besaßen, wurden geklagt.
Imageprobleme durch Klagen gegen Minderjährige
Auch wurden Minderjährige, die nur über ihre nichtsahnenden
Großeltern und Eltern belangt werden konnten, geklagt, was den Ruf
der Industrie stark in Mitleidenschaft gezogen hat.
Eltern von P2P-Kids werden geklagt
