04.02.2005

HANDY-BETRUG

"Ein paar Tausend Provider-Hopper"

"Wir geben derzeit keine Daten an den Kreditschutzverband weiter," hieß es unisono von den Handy-Netzbetreibern auf Anfrage der futurezone. Grundsätzlich sind die Mobilfunker allerdings an einem Projekt interessiert, das branchenübergreifendes Vorgehen gegen zahlungsunwillige bzw. dazu nicht fähige Kunden angeht.

Allerdings nur dann, wenn das auch eine rechtliche Grundlage hat. Sowohl T-Mobile als auch die mobilkom befinden, dass ein derartiger Datenpool für die Telekom-Branche derzeit dem Telekom-Gesetz widerspricht.

Um wie viele so genannte Provider-Hopper und um welche Summen es bei Zahlungsunfähigkeit im Handy-Bereich überhaupt geht, weiß die Branche offenbar selbst nicht so genau, dass man Zahlen nennen könnte.

Die Zahlenangaben des KSV zum Thema Handy-Betrug wiederum sind Prozentpunkte mit hohem Vermutungsanteil: "Bei europäischen Unternehmen sind mindestens 30-35 Prozent, für einige sogar 55 Prozent der zweifelhaften Forderungen auf Betrug zurückzuführen."

"Mehrere Hundert Euro" pro Kunde

Einzig Florian Pollack [One] wagte eine ungefähre Einschätzung der Dimension. Österreichweit dürften es ein paar Tausend sein, die immer wieder versuchten, ein Vertragshandy zu bekommen, obwohl sie besser ein Wertkartenhandy haben sollten, sagte Pollack zur futurezone.

Wer zu oft Mängel reklamiert ....

Datenschützer wie Hans Zeger stehen dem Vorhaben naturgemäß äußerst reserviert gegenüber und warnen vor den Tücken des Kommunikationsalltags.

"Bei vielen Telekom-Unternehmen wird man rasch zum schlechten Kunden. Schon zu häufige Kontaktnahme mit der Servicehotline oder das Reklamieren von Leistungsmängeln kann jemanden zum unerwünschten Kunden machen", sagte Zeger.

Seitens des KSV sind Überlegungen angestellt worden, bereits "Auffälligkeiten bei der Anmeldung" als Kriterien für eine Aufnahme der Daten in den Pool gelten zu lassen.