29.01.2005

LOS ALAMOS

Verschwundene Atom-Disketten gab es nie

Die geheimen Disketten aus dem US-Atomwaffenlabor Los Alamos, deren angebliches Verschwinden im vergangenen Jahr einen großen Sicherheitsskandal ausgelöst hatte, hat es nie gegeben. Das räumte das US-Energieministerium nun ein.

Die Verwirrung um die Disketten, auf denen Informationen über Atomwaffen-Entwicklung und Tests vermutet wurden, entstand offenbar durch Strichcodes, welche für nie beschriebene Disketten hergestellt worden waren.

Der Skandal habe aber zumindest dabei geholfen, ernsthafte Sicherheitslücken in dem Labor zu entlarven, so der Chef der zum Energieministerium gehörenden Atomsicherheitsbehörde, Linton Brooks.

Löste Sicherheitsskandal aus

Das angebliche Verschwinden von Geheimdaten hatte im Juli 2004 einen immensen Skandal ausgelöst.

Der Vorfall platzte in den Präsidentschaftswahlkampf und brachte US-Präsident George W. Bush den Vorwurf seines demokratischen Konkurrenten John Kerry ein, nicht genügend für die Sicherheit der Atomanlagen zu tun.

Die US-Regierung ordnete damals umgehend die Aussetzung der geheimen Arbeiten in Los Alamos an. 19 Mitarbeiter des Labors, darunter 15 Wissenschaftler, wurden beurlaubt. Vier wurden schließlich entlassen; einer kündigte selbst, sieben weitere erhielten Abmahnungen.