Mehr Sicherheit für Los Alamos
Nach Sicherheitspannen im US-Atomwaffenlabor Los Alamos ist dort und in ähnlichen Einrichtungen im ganzen Land am Montag die Speicherung heikler Computerdaten auf ein neues System umgestellt worden.
Mit der von US-Energieminister Spencer Abraham angeordneten Neuordnung des Sicherheitssystems sollen hochgeheime Informationen nicht mehr wie bisher auf Disketten oder Datenträgern an den Schreibtischen der Mitarbeiter lagern.
Sie werden stattdessen künftig in Hochsicherheits-Depots gelagert, wo alle Zugriffe detailliert verzeichnet werden sollen. Die bisher einmalige Anordnung des Energieministeriums betraf zwei Dutzend Institute, wie eine Ministeriumssprecherin mitteilte.
Diskettenschwund
Die Forschungsarbeit in den Labors ruht bis zum Abschluss der
Computer-Umstellung. Mit dem Schritt reagiert die US-Regierung auf
den Skandal um das Verschwinden vertraulicher Daten aus dem
Atomwaffenlabor von Los Alamos, der Geburtsstätte der ersten
Atombombe.
Disketten-Schwund im AtomlaborPannen über Pannen
In Los Alamos fehlen seit dem 7. Juli zwei geheime Datenträger, auf denen Informationen über den Teil der Anlage gespeichert sein sollen, in dem Atomwaffen entwickelt und getestet werden. 19 Labormitarbeiter, darunter 15 Forscher, wurden wegen der Vorfälle vorläufig beurlaubt. Die Leitung des Labors schloss Entlassungen nicht aus.
Eine regierungskritische Organisation behauptet zudem, dass Mitarbeiter des Labors in Los Alamos in mindestens 17 Fällen geheime Informationen über ein normales E-Mail-System gesendet hätten.
Im Juni seien in dem Labor zudem zwei Schlüssel für ein Depot verloren gegangen, in dem hochangereichertes Uran und Plutonium lagern. In der Vergangenheit war es bereits mehrfach zu Sicherheitspannen gekommen.
