Nächste Raumanzug-Generation in Arbeit
Forschungsreisende zum Mond oder Mars sollen in Zukunft mit eng anliegender High-Tech-Arbeitskleidung ausgestattet werden, die vor allem mehr Bewegungsfreiheit gegenüber den aktuellen klobigen Raumanzügen bieten soll.
Am Massachusetts Institute of Technology [MIT] arbeitet man derzeit an einem solchen Bio-Suit, der aus mehreren Schichten und bruchfesten Kunststoffteilen besteht.
Der extrem leichte Anzug soll die gesamte Kommunikationsausstattung, Biosensoren, Computer und etwa auch eine Kletterausrüstung für Weltraumspaziergänge beinhalten.
Gesponsert von der NASA
"Wir müssen die Astronauten in ihre Anzüge einschweißen," so
Projektleiterin Dava Newman. "Es muss ich anfühlen, wie eine zweite
Haut." Gesponsert wird die MIT-Forschung an der nächsten
Raumanzug-Generation von der NASA.
Details auf der Bio-Suit-Website des MIT"Zweite Haut" zum Aufsprühen
Als erstes könnte eine organische, biologisch abbaubare Schicht in Sprühform auf die eigene Haut aufgetragen werden.
In diese zweiten Haut könnten zudem elektrisch gesteuerte künstliche Muskelfasern eingearbeitet werden, welche die Stärke und Ausdauer des Astronauten verbessern.
Danach schlüpft der Raumfahrer in seinen mittels Laserscan Millimeter genau maßgeschneiderten elastischen Anzug. Über diesen wird ein Brustpanzer angelegt, der an den Hüften befestigt wird. Sauerstoffversorgung und Telekommunikationsmittel sind eingebaut.
Als nächstes muss ein portables Lebenserhaltungssystem umgeschnallt werden, das den Gegendruck im Anzug erzeugt. Der Gasdruck wird in den Helm und über Schläuche in die Handschuhe und Stiefel geleitet.
High-Tech-Materialien sollen für einen natürlichen Wärmeaustausch im bestens gegen die Kälte im Weltraum isolierten Anzug sorgen, und auch dem nötigen Druck standhalten.
Ähnlich den Soldaten-Uniformen
Die MIT-Forscher arbeiten dabei auch mit dem Militär zusammen,
das einer neuen Generation an Uniformen arbeitet. Diese
Soldaten-Rüstung der Zukunft sollen eine Waffe, individuellen Schutz
von Kopf bis Fuß, ein Bord-Computer-Netzwerk und eingebaute
Kraft-Quellen integrieren und die Leistung der Soldaten steigern.
High-Tech-Uniformen für 2010Roboterhund folgt bei Fuß
Bei ihren Forschungsreisen könnten die Astronauten zudem künftig einen blechernen Begleiter an der Seite haben.
Der vierrädrige Roboter "Boudreaux" ist dafür gebaut, um den Forschern auf Schritt und Tritt zu folgen und unterstützend zur Hand zu gehen.
Das von der NASA entwickelte Gerät hat in etwa die Größe eines Golfwagens, ähnlich den beiden Mars-Rovern Spirit und Opportunity.
Der Robo-Kumpel arbeitet nahezu autonom, kann selbständig eine Route durch steiniges, unwegsames Gelände planen, leichtes Gepäck wie Werkzeuge und anderes Equipment befördern und auf Zuruf zum Astronauten kommen.
"Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein solcher Roboter bei künftigen bemannten Missionen dabei ist," so Chris Culbert vom Johnson Space Center.
Ein Roboterhund für Astronauten
