Deutschland nimmt Maut-Kassen in Betrieb
Für das neue deutsche Lkw-Mautsystem wird es ernst.
Drei Tage vor Einführung der Lkw-Maut auf den deutschen Autobahnen sind am Mittwoch die insgesamt 3.700 Kassenautomaten in Betrieb genommen worden.
Seit Mitternacht kann nun an Raststätten, Tankstellen und Grenzübergängen die Gebühr für Lkw-Fahrten bezahlt werden, die ab 1. Jänner fällig wird.
Insgesamt sind jährlich rund 1,4 Millionen Lastwagen auf den rund 12.000 Kilometern deutscher Autobahnen unterwegs.
In Österreich ist ein vollelektronisches Lkw-Mautsystem für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen schon seit 1.1.2004 in Kraft. Es basiert nicht auf GPS-Ortung, sondern auf der Mikrowellentechnik.
Österreichs Mautsystem läuft klaglos12,4 Cent pro Kilometer
Künftig müssen alle Lkw mit mehr als zwölf Tonnen auf der Autobahn eine streckenabhängige Gebühr bezahlen, die je nach Achszahl und Schadstoffaustoß durchschnittlich 12,4 Cent pro Kilometer beträgt.
Inzwischen sind nach Angaben des Maut-Konsortiums Toll Collect rund 300.000 Laster mit satellitengestützten Erfassungsgeräten ausgestattet, so dass die Maut automatisch abgebucht werden kann.
Die anderen Lkw - nach Schätzungen bis zu 1,4 Mio. Fahrzeuge - müssen über das Internet oder an einem der Kassenautomaten eingebucht werden.
Der österreichische Frächterverband hat wegen der Staugefahr in der erste Jänner-Woche von Fahrten nach Deutschland abgeraten.
Von den rund 18.000 registrierten Lkw aus Österreich haben schon rund 13.000 ein elektronisches Board-Gerät.
Staus an den Grenzen befürchtet
Insbesondere an den Grenzübergängen könnte es zu
Verkehrsbehinderungen kommen, da viele ausländische Lastwagen aus
nicht an Deutschland angrenzenden Ländern noch nicht mit den so
genannten On-Board-Units zur elektronischen Mauterfassung
ausgestattet sind.
Chaos-Start für Toll Collect erwartetKlage gegen Toll Collect läuft
Die Lkw-Maut musste wegen technischer Pannen mehrmals um insgesamt eineinhalb Jahre veschoben werden.
Jährlich erwartet sich das deutsche Bundesverkehrsministerium Einnahmen von 2,4 Milliarden Euro für den Bau von Straßen, Schienen und Wasserwegen.
Wegen der Verzögerungen hat das Ministerium die Muttergesellschaften des Maut-Betreibers Toll Collect - DaimlerChrysler, Deutsche Telekom und die französische Cofiroute - auf insgesamt 4,6 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Das Verfahren vor einem Schiedsgericht soll in Kürze beginnen.
