Die IT-Woche im Überblick
Die Mobilfunkbranche traf sich diese Woche zur Leistungsschau in Barcelona, Yahoo gab Microsoft offiziell einen Korb und Franco Frattini stellte seine sicherheitspolitischen Visionen vor - das war die IT-Woche von 10. bis 16. Februar.
Vier Tage lang hat sich in Barcelona alles um neue Handys, die passende Technologie dahinter und vor allem Inhalte gedreht.
Beim Mobile World Congress 2008 [vormals 3GSM World Congress] informierten sich rund 55.000 Fachbesucher über Breitband-Internet, Handy-TV und andere Möglichkeiten, wie der aktuelle Mobilfunkboom fortgesetzt werden kann.
Die größte Hoffnung setzen die Anbieter dabei in Internet auf dem Handy. Aber auch die Internet-Anbieter wollen teilhaben: Yahoo und Google setzen nicht nur auf die mobile Suche. Yahoo will mit seinem Portal Go seine erfolgreichen Online-Angebote wie E-Mails, Wetter und Nachrichten mobil machen, Google baut mit Android überhaupt gleich ein eigenes Betriebssystem.
Der größte heimische Mobilfunker A1 sorgte mit einem neuen Entgelt für Empörung bei seinen Kunden. Die mobilkom verrechnet bei der Auflösung eines Handyvertrages nun eine einmalige "Deaktivierungsgebühr" in Höhe von 9,90 Euro.
Korb für Microsoft
Der Internet-Konzern Yahoo hat das milliardenschwere Übernahmeangebot des Software-Riesen Microsoft diese Woche offiziell als zu niedrig abgelehnt.
Weiterhin gibt es Spekulationen über eine Kooperation mit dem Suchmaschinenkonzern Google zur Abwehr der Microsoft-Übernahme.
Auch über eine Kooperation von Yahoo mit dem Medienmogul Rupert Murdoch wurde erneut spekuliert.
Biometrische Schengen-Sicherung
EU-Justizkommissar Franco Frattini stellte diese Woche Pläne für eine Verpflichtung der Mitlgiedsländer zu Errichtung biometrischer Erkennungssysteme an den Grenzen zum Schengen-Raum vor.
Nach dem Vorschlag Frattinis sollen künftig alle Reisenden aus Drittländern, die für weniger als drei Monate in den Schengen-Raum kommen, Fingerabdrücke abgeben und sich fotografieren lassen. Bisher galt das nur für Asylsuchende.
In einem Ein- und Ausreiseregister sollen zudem Ort und Zeitpunkt der Ankunft sowie die Dauer des Aufenthalts erfasst werden.
Weiter Unklarheiten bei SPG-Auslegung
Bei "Gefahr im Verzug" ist die Polizei seit 1. Jänner berechtigt, ohne richterliche Kontrolle unverzüglich Auskunft über die momentanen Standortdaten eines Mobiltelefons sowie den Inhaber einer temporären IP-Adresse zu eruieren.
Uneinigkeit herrscht aber nach wie vor bei der Auslegung der Begriffe "Gefahr im Verzug" und "Gefahrenabwehr".
T-Mobile gab diese Woche bekannt, dass allein im Jänner beim zweitgrößten österreichischen Handynetzbetreiber 63-mal Standortpeilungen von der Polizei verlangt wurden. Das seien doppelt so viele Anforderungen von Standortbestimmungen wie im Jänner davor.
Telekom-Überwachung 2006 rückläufig
Ein am Mittwoch vorgelegter Bericht des Justizministeriums über "besondere Ermittlungsmaßnahmen" zeigt hingegen für das Jahr 2006 einen leichten Rückgang der richterlich genehmigten Maßnahmen zur Telekommunikationsüberwachung durch die Polizei.
Die in dem Bericht angegebenen Zahlen beziehen sich allerdings nur auf die Anzahl der Fälle, nicht jene der von der Überwachung betroffenen Personen.
