Archivierungsnot bei digitalen Daten
Der PC ist aus dem alltäglichen Leben, ob im Büro oder auch zuhause, nicht mehr weg zu denken. Immer mehr wichtige Daten und E-Mails, aber auch Bilder und Musik landen auf den Festplatten.
Gleichzeitig stellt sich oftmals auch die Frage, wie die gesammelten digitalen Schätze vor einem etwaigen Verlust geschützt und für zukünftige Generationen oder auch nur die nächste Dekade bewahrt werden können.
Während zum Beispiel Fotos zumindest einige Jahrzehnte relativ unbeschadet und auch unkompliziert in Schachtel oder Alben überstehen können, sind die digitalen Daten schon weitaus anfälliger gegen Virusinfektionen oder Festplattenabstürze.
Auch die Archivierung auf selbstgebrannten CDs oder DVDs ist nicht für die Ewigkeit bestimmt.
Statistisch gesehen produziert jeder Mensch jährlich eine Datenmenge von rund 800 MB, wenngleich dieser Wert wohl für den durchschnittlichen US-Amerikaner und Europäer deutlich höher liegen dürfte.
Datenüberproduktion und InfomüllKompatibilitätsprobleme
In den USA befasst sich die Library of Congress bereits seit einigen Jahren mit der Thematik, denn auch in den öffentlichen Institutionen löst die digitale Archivierung die "physische" immer weiter ab.
Neben dem weitaus geringeren Platzbedarf zeichnet sie sich vor allem durch aus, dass die Daten meist auch digital weiterverarbeitbar sind.
Doch das könnte auch nur eine Frage der Zeit, bis die Nutzbarkeit durch Inkompatibilität von Systemen und/oder Formaten verhindert wird.
Die Library of Congress investiert daher in ein mehrere Millionen Dollar schweres Projekt, das darauf abzielt, einen einheitlichen Standard für die Speicherung von digitalem Material zu schaffen, der ein Lesen der Daten auch in Zukunft unabhängig von der eingesetzten Soft- oder Hardware ermöglicht.
Nicht nur Bibliotheken oder Privatpersonen stehen vor dem Problem, auch Firmen und Regierungen müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen.
Elektronischer Akt ist "Vorzeigeprojekt"Digitale Datenflut
"Wir sammeln digitale Informationen und wechseln zu neuen Plattformen schneller über, als wir bewältigen können", meint Jeffrey Rutenbeck vom Media Studies Program an der Universität von Denver.
Rutenberg stellt die Theorie auf, dass die meisten Daten nicht durch Zerstörung verschwinden, sondern einfach in den Tiefen der Ordnerstrukturen des jeweiligen Rechners verloren gehen würden.
Ein Photoalbum von einer Reise würde sich leichter wiederfinden lassen, als die Digitalbilder [meist ungeordnet und nur vom System der Kamera mit einem Dateinamen versehen] in einem Unterverzeichnis eines Ordners.
Peter Schwartz, Vorsitzender des Global Business Network, meint, dass ein Ansatz, um Daten auch in späteren Jahren noch lesen zu können, sein könnte, die dazugehörige Hard- und Software einfach aufzuheben. Entsprechend könnten in einigen Jahren auch alte Systeme wieder ihre Abnehmer finden.
