Elektronischer Akt ist "Vorzeigeprojekt"
Als "europaweites Vorzeigeprojekt" bezeichnete Christian Rupp, Exekutivsekretär E-Government des Bundes, das elektronisches Aktensystem [ELAK]. Damit habe Österreich eine Vorreiterrolle in der EU übernommen.
Rupp verwies darauf, dass 91 Prozent der Unternehmer derzeit Zugang zum Internet hätten, 70 Prozent davon würden die Möglichkeit von ELAK nützen. Das wären 63,7 Prozent aller Unternehmer.
Von der Gesamtbevölkerung wiederum verfügten 56 Prozent über Zugang zum Internet, 30 Prozent davon würden den ELAK in Anspruch nehmen, was eine Quote von 16,8 Prozent ergibt.
Wegfall der Aktenberge
Der "elektronische Akt" ist ein Kernstück der
E-Government-Initiative Österreichs und löst die herkömmlichen
Papierakten ab. Derzeit arbeiten bereits 4.500 Mitarbeiter in sieben
Ministerien mit dem ELAK. Bis Ende 2004 folgen die übrigen fünf
Ministerien.
ELAKimBund.at"Kulturschock" für Beamte
"Ein System für alle" und der Wegfall der Aktenberge hätten aber auch für die 7.500 Mitarbeiter in den Ministerien eine "fatale Änderung ihrer Arbeitsweise" zur Folge, so Roland Ledinger, Vorsitzender des ELAK-Lenkungsausschusses.
Die Einsetzung des ELAK sei "tatsächlich ein Kulturschock im Bereich der Arbeitnehmer. Es gibt kein Papier mehr. Das ist ein massiver Eingriff in den Organisationsablauf eines Ressorts".
Auskünfte könnten "ad hoc" gegeben werden und man brauche nicht stundenlang nach einem Akt zu suchen.
Man müsse bedenken, dass es rund 30 Millionen Aktenbewegungen in der Bundesverwaltung gebe.
Das Projekt wird von der "Arbeitsgemeinschaft Elektronischer Akt" - bestehend aus dem Bundesrechenzentrum und dem Tochterunternehmen BIT-Sumgesetzt. Die Koordination erfolgt im Bundeskanzleramt.
Neue E-Government-Abteilung geschaffenSoftware von Fabasoft, Hardware von IBM
An Software kommt die "eGov-Suite" des Linzer Entwicklers
Fabasoft mit Schnittstellen zu anderen Systemen wie Zahlungsdiensten
und SAP zum Einsatz. Die Server [200 Server und 36 Terabyte an
Datenplatz] sowie die weitere technische Infrastruktur liefert IBM.
Endgültige Auftragsvergabe des ELAKBeschleunigung von 15 Prozent
Erhard Schmidt, Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, bezifferte die Beschleunigung durch den elektronischen Datenablauf mit durchschnittlich 15 Prozent.
Die Ausfallsicherheit liegt laut Harald Neumann, ebenfalls Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, bei 99,7 Prozent. Dies entspreche einer Ausfallszeit von maximal 2,5 Stunden pro Quartal.
Bis Ende 2004 sollen alle österreichischen Ministerien mit ELAK arbeiten. Geplant ist eine Ausweitung auf die 17.000 Nutzer in der gesamten Bundesverwaltung samt nachgelagerten Stellen.
