28.07.2004

ELAK

Elektronischer Akt ist "Vorzeigeprojekt"

Als "europaweites Vorzeigeprojekt" bezeichnete Christian Rupp, Exekutivsekretär E-Government des Bundes, das elektronisches Aktensystem [ELAK]. Damit habe Österreich eine Vorreiterrolle in der EU übernommen.

Rupp verwies darauf, dass 91 Prozent der Unternehmer derzeit Zugang zum Internet hätten, 70 Prozent davon würden die Möglichkeit von ELAK nützen. Das wären 63,7 Prozent aller Unternehmer.

Von der Gesamtbevölkerung wiederum verfügten 56 Prozent über Zugang zum Internet, 30 Prozent davon würden den ELAK in Anspruch nehmen, was eine Quote von 16,8 Prozent ergibt.

"Kulturschock" für Beamte

"Ein System für alle" und der Wegfall der Aktenberge hätten aber auch für die 7.500 Mitarbeiter in den Ministerien eine "fatale Änderung ihrer Arbeitsweise" zur Folge, so Roland Ledinger, Vorsitzender des ELAK-Lenkungsausschusses.

Die Einsetzung des ELAK sei "tatsächlich ein Kulturschock im Bereich der Arbeitnehmer. Es gibt kein Papier mehr. Das ist ein massiver Eingriff in den Organisationsablauf eines Ressorts".

Auskünfte könnten "ad hoc" gegeben werden und man brauche nicht stundenlang nach einem Akt zu suchen.

Man müsse bedenken, dass es rund 30 Millionen Aktenbewegungen in der Bundesverwaltung gebe.

Beschleunigung von 15 Prozent

Erhard Schmidt, Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, bezifferte die Beschleunigung durch den elektronischen Datenablauf mit durchschnittlich 15 Prozent.

Die Ausfallsicherheit liegt laut Harald Neumann, ebenfalls Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, bei 99,7 Prozent. Dies entspreche einer Ausfallszeit von maximal 2,5 Stunden pro Quartal.

Bis Ende 2004 sollen alle österreichischen Ministerien mit ELAK arbeiten. Geplant ist eine Ausweitung auf die 17.000 Nutzer in der gesamten Bundesverwaltung samt nachgelagerten Stellen.