Filmindustrie schießt sich auf Filesharer ein
Die US-Filmindustrie nimmt sich ein Beispiel an der Musikindustrie und macht sich daran, Filmpiraten mit Klagen einzudecken.
Konkret sollen Filesharer, die illegal Kopien von Filmen besitzen, anvisiert werden. Klagen gegen "herkömmliche" Filmpiraten, die raubkopierte DVDs vertreiben, führt die Industrie schon länger durch.
Die erste Klagewelle soll bereits am Donnerstag gestartet werden. Ähnlich der Musikindustrie will Hollywood künftig ständig neue Klagen einbringen, um die illegale Nutzung seiner Werke einzudämmen.
"Wichtige Ankündigung" am Donnerstag
Der zuständige Dachverband, die Motion Picture Association of
America [MPAA], gab am Mittwoch keinen Kommentar dazu ab. Doch der
Chef der Organisation, Dan Glickman, soll im Laufe des Donnerstags
eine "wichtige Ankündigung zum illegalen Online-Sharing von Filmen"
machen.
Filmdownloads nehmen langsamer zuErste Welle gegen 200 Filesharer
Angeblich werden bei der ersten Welle rund 200 Filesharer geklagt. In der Vergangenheit hatte sich die MPAA geziert, Verfahren gegen einzelne Filesharer anzustrengen.
Laut MPAA verliert die Filmindustrie jährlich mehr als drei Milliarden USD wegen Offline-Filmpiraterie. Wie viel durch Online-Piraterie verloren geht, will der Dachverband nicht beziffern. Die MPAA führt aber die "Gesundheit der Industrie" an, die auf dem Spiel stehe, wenn dem Gratis-Download kein Einhalt geboten würde.
Klagen gegen Filesharing-Firmen
Die Online-Geschichte der Filmindustrie liest sich wie die der
Musikindustrie: Die MPAA hatte anfänglich ebenfalls versucht, die
Firmen hinter den Filesharing-Programmen durch Klagen zum Aufgeben
zu zwingen - ohne nachhaltigem Erfolg. Darüber hinaus wurden
Anzeigen geschaltet - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kinos.
US-weites Kameraverbot in KinosBeobachter bleiben skeptisch. Während einige User nun abgehalten werden könnten, Filme anzubieten oder herunterzuladen, würden die Downloads wohl kaum gestoppt werden können, so Fred von Lohman, IP-Anwalt für die Softwarefirma StreamCast, die heuer einen Rechtsstreit gegen die Musikindustrie durchgefochten hat. "Es wird nichts helfen", so von Lohmann weiter. "Die Klagen der Musikindustrie haben die Downloads auch kaum eingedämmt."
