04.11.2004

ERSTSCHLAG

Filmindustrie schießt sich auf Filesharer ein

Die US-Filmindustrie nimmt sich ein Beispiel an der Musikindustrie und macht sich daran, Filmpiraten mit Klagen einzudecken.

Konkret sollen Filesharer, die illegal Kopien von Filmen besitzen, anvisiert werden. Klagen gegen "herkömmliche" Filmpiraten, die raubkopierte DVDs vertreiben, führt die Industrie schon länger durch.

Die erste Klagewelle soll bereits am Donnerstag gestartet werden. Ähnlich der Musikindustrie will Hollywood künftig ständig neue Klagen einbringen, um die illegale Nutzung seiner Werke einzudämmen.

Erste Welle gegen 200 Filesharer

Angeblich werden bei der ersten Welle rund 200 Filesharer geklagt. In der Vergangenheit hatte sich die MPAA geziert, Verfahren gegen einzelne Filesharer anzustrengen.

Laut MPAA verliert die Filmindustrie jährlich mehr als drei Milliarden USD wegen Offline-Filmpiraterie. Wie viel durch Online-Piraterie verloren geht, will der Dachverband nicht beziffern. Die MPAA führt aber die "Gesundheit der Industrie" an, die auf dem Spiel stehe, wenn dem Gratis-Download kein Einhalt geboten würde.

Beobachter bleiben skeptisch. Während einige User nun abgehalten werden könnten, Filme anzubieten oder herunterzuladen, würden die Downloads wohl kaum gestoppt werden können, so Fred von Lohman, IP-Anwalt für die Softwarefirma StreamCast, die heuer einen Rechtsstreit gegen die Musikindustrie durchgefochten hat. "Es wird nichts helfen", so von Lohmann weiter. "Die Klagen der Musikindustrie haben die Downloads auch kaum eingedämmt."