Streit bei Verschlüsselung der Oscar-DVDs
Gut vier Monate vor der 77. Oscar-Verleihung am 27. Februar 2005 gibt es erneut Ärger um den Versand von Kopien potenzieller Wettbewerbfilme an die mehr als 5.600 Juroren der US-Filmakademie.
Grund ist dieses Mal, dass sich die Hollywood-Studios nicht auf eine Verschlüsselungstechnologie für die Screener-DVDs einigen können.
Damit stellt sich die Industrie, wie seit Jahren auch bei den DVD-Formaten oder aktuell etwa beim Online-Musikmarkt, wieder einmal selbst ein Bein.
Denn sind schon derart scheinbar einfache Standard-Fragen nicht zu lösen, scheint die Hoffnung auf Einigung bei schwerwiegenderen Entscheidungen wohl nahezu aussichtslos.
Leidtragender ist schlussendlich immer der Kunde, der sich mit verschiedenen Formaten und den passenden Playern verschiedener Hersteller plagen muss.
Formatchaos bremst Online-MusikmarktRechtzeitige Player-Lieferung gefährdet
Wegen des aktuellen Technologiestreits konnten den Juroren die zur Ansicht benötigten Spezial-DVD-Player noch immer nicht zugeschickt werden.
Nun ist der rechtzeitige Versand vieler Filme gefährdet, die von den Juroren angeschaut und bis spätestens zum 15. Jänner zur Nominierung für die Oscars ausgewählt werden sollen.
Im vergangenen Jahr wollte Hollywood eigentlich gar keine Kopien mehr an die Oscar-Juroren versenden, da diese immer wieder als Quelle hochqualitativer Raubkopien dienten.
Das Versandverbot wurde aber wieder aufgehoben, nachdem Filmschaffende klagten, es benachteilige kleinere Studios.
Wurden 2002 noch 44 Prozent der Oscar-Filme unerlaubterweise kopiert, waren es 2003 laut Angaben der Filmindustrie nur noch ein Drittel der Filme, die illegal kopiert und vertrieben wurden.
Wasserzeichen-DVDs für Oscar-Jury
