04.07.2004

WATER & MARK

Wasserzeichen-DVDs für Oscar-Jury

Um nicht wieder unrechtmäßige Kopien von Vorab-Filmen für Jury-Mitglieder im Netz finden zu müssen, überlegen die Veranstalter der Oscars, die Film-DVDs mit technischen Einschränkungen zu versehen.

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wird dazu an die Juroren rund 6.000 speziell kodierte DVD-Player ausgeben, auf denen nur die für den jeweiligen Juror gedachten Kopien [Screener] abspielbar sind.

Beim Abfilmen des Films von einem Monitor sind die Informationen über den Besitzer des DVD-Players deutlich erkennbar. Die Player sollen zudem bei jedem Abspielen ein weiteres Wasserzeichen auf den DVDs hinterlassen.

Einige Studios überlegen derzeit an dem Versuch teilzunehmen, bis dato allerdings gab es noch keine fixen Zusagen.

Vorschlag von Cinea

Die ersten Erfolge mit der Wasserzeichen-Kennzeichnung hat Cinea, eine Abteilung der Dolby Laboratories, dazu veranlasst, die neue technische Lösung der Academy vorzuschlagen. Cinea will einige Millionen Dollar in die Herstellung und Verteilung der DVD-Player investieren.

Man habe eine Menge positives Feedback erhalten, so Cinea-Vizepräsident Laurence Roth. Daher werde man die Investitionen tätigen.

Die Studios selbst sollen für die Kodierungsmaschinen für die DVDs und Lizenzen für die Technologie selbst bezahlen.

Cinea hofft dadurch mehr Interessenten für seine Technologie zu finden, damit diese auch vermehrt beim Schutz von anderen Filmen zum Einsatz kommt.

Ausschluss droht

Zwar könne jemand mit genug Zeit und Geld auch die Verschlüsselungstechnologie der neuen DVD-Player umgehen, mithilfe der Wasserzeichen könne die Polizei aber jeden Player und damit dessen Besitzer verfolgen. Die DVDs selbst könnten nicht gecrackt werden, so Roth.

Wird eine Raukopie von einem Mitglied der Oscar-Jury entdeckt, droht dem entsprechende Mitglied der 5.607-köpfigen "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" der Ausschluss.