Netzqualität der Mobilfunker lässt nach
Das Institut für Breitbandkommunikation der TU-Wien stellt seit Anfang 2004 eine Qualitätsverschlechterungen in den Netzen aller GSM-Mobilfunkbetreiber fest.
Das Institut misst seit Anfang 2000 die Netzqualität der Mobilfunkbetreiber. Damit werden die Netze von A1, T-Mobile, one und seit Mitte 2001 auch tele.ring genauestens unter die Lupe genommen, so das Insitut.
Anhand der Kriterien Verbindungsaufbau, Sprachqualität, Gesprächsverlauf und Abbruch wird die Qualität der Netze in ganz Österreich monatlich beurteilt.
Umfangreiche Messungen
"Durch die jahrelangen Messungen der Netzqualität der vier
heimischen GSM-Betreiber - und zwar flächendeckend für Österreich -
haben wir sehr gute Einblicke über den Verlauf der Netz- und
Sprachqualitätsänderungen gewonnen. Damit können wir sicher auf eine
der lückenlosesten Untersuchungen in Bezug auf Netzqualität in
Europa hinweisen", berichtet Harmen van As, Professor am Institut
für Breitbandkommunikation.
Mobilfunk-Penetration flacht weiter abQualitätsverschlechterungen
Seit Anfang 2004 zeigen sich allerdings Qualitätsverschlechterungen in den Netzen der Mobilfunkbetreiber.
Beim Qualitätsführer mobilkom austria und dem Zweitgereihten T-Mobile können die geringfügigen Einbußen noch als übliche temporäre Qualitätsschwankungen eingestuft werden, jedoch bei one und tele.ring ist bereits eine deutliche Verschlechterungstendenz aufgetreten.
"Ein wesentlicher Grund dafür ist die beinharte Schlacht um den einzelnen Kunden mit Billigst-Tarifen von 1-Cent pro Minute oder noch weniger, Gratishandys und finanziellen Anreizen in Form von Bargeld", vermutet van As.
Weniger Geld für Infrastruktur
"Die einzelnen Netzbetreiber stecken offensichtlich nicht mehr so
viel Geld in die Netzinfrastruktur wie notwendig und dementsprechend
bleibt dann die Qualität wortwörtlich auf der Strecke".
Selbstbewusste MobilfunkbrancheWeitere Verschlechterung befürchtet
Durch die Nummernportabilität könnte sich der Kampf um den Kunden noch zuspitzen und dadurch eine weitere Qualitätsverschlechterung eintreten, wenn Kundenzahlen und Netzinvestitionen nicht aufeinander abgestimmt werden, so van As weiter.
Er verlangt "kontinuierliche Investitionen der Betreiber und Kostenwahrheit im Mobilfunk".
