Selbstbewusste Mobilfunkbranche
Werbebotschaften auf Hotelfassaden, Bentley-Limousinen im Halteverbot und größere Jachten als im Vorjahr stellen klar: in die Mobilfunkbranche ist wieder der Optimismus eingekehrt.
Einmal im Jahr trifft sich die Branche in Cannes und darf sich dabei ebenso glamourös fühlen wie die Film- und Musikstars, die einige Wochen zuvor an der Croisette abgestiegen sind.
Da stört auch nicht, dass das mittlerweile in die Jahre gekommene Kongresscenter eher eine Büromöbelausstellung erwarten ließe, als eine High-Tech-Messe. Die Konsolidierungsjahre 2002 und 2003 sind überwunden. "Die Branche ist wieder voll Selbstbewusstsein", fasst es One-Chef Jorgen Bang-Jensen zusammen, der während der vier Tage dauernden Messe einen Termin nach dem anderen absolviert hatte.
Vier statt fünf Tage
Die 3GSM 2004, größte Mobilfunkmesse der Welt, wurde erstmals von
fünf auf vier Tage verkürzt. Dem Vernehmen nach sollen die
Abbauarbeiten, die stets noch während des letzten Messetages
begonnen wurden, zu einiger Verstörung der in den letzten Jahren
ohnehin besorgten Messebesucher beigetragen haben.
Nichtsdestoweniger ließ es sich die französische Messeleitung nicht
nehmen, den ersten Messetag ungeachtet der wartenden Besucher erst
um 14 Uhr als "ouvert" zu erklären.
Das war die 3GSM 2003Frische Businesspläne für UMTS
Ebenso interessant wie der neue Zeitplan sind die frischen Businesspläne für UMTS, dem alles beherrschenden Thema auf der diesjährigen Messe. Nachdem im Vorjahr der UMTS-Hype verflacht und Realismus eingekehrt war, steht 2004 im Zeichen von UMTS-Aufbruchsstimmung. Die UMTS-Lizenzgebühren sind, wenn nicht unbedingt finanziell, so zumindest gedanklich verdaut, und man blickt optimistisch in Richtung steigender Datenumsätze, in deren logischer Folge eben UMTS stehen wird.
Zuzugeben, dass es "die UMTS-Killerapplikation" nicht gibt, war für die marketinggetriebene Branche nicht leicht, aber notwendig. Der Datenumsatz wird sich laut neuester Definition nicht über zwei oder drei Applikationen definieren, sondern über tausende Dienste, von denen jeder Kunde sein eigenes Portfolio schnürt. Dass die Zukunft in Daten und damit UMTS liegt, darin sind sich alle vom Preiskampf irritierten Mobilfunkprovider einig.
Atmosphärisch war die Stimmung eindeutig besser als im Vorjahr. Man freute sich über die magische Zahl von einer Milliarde GSM-Kunden, die in der Zwischenzeit überschritten worden war, und über die kommende UMTS-Zukunft, die sich erstmals auch in der Form von tauglichen Handys und stabilen Netzen zeigte.
Entrée
Die Stiege, die zu den verschlungenen Gängen des Kongresscenters führt.
Cafetria mit WLAN [nicht sichtbar].
Das Siemens-Schiff [links] war nur per Beiboot zu erreichen.
Der Nokia-Stand.
Samsung präsentierte eine Reihe von neuen Handymodellen.
Kameragesteuertes Game, als 3G-Studie.
Microsoft war präsenter als im Vorjahr.
Einige Motorola-Handys und -Prototypen mit Windows-Betriebssystem.
Intel stellte ein neues 3G-Referenz-Chipdesign vor.
