26.09.2004

STUDIE

Film-Raubkopien "aus Kostengründen"

Die meisten Menschen laden laut einer Studie der Bauhaus-Universität Weimar Filme illegal deshalb aus dem Netz, weil diese nichts kosten.

Für insgesamt rund drei Viertel [73 Prozent] der Schwarzseher ist es der repräsentativen Studie zufolge wichtig bis sehr wichtig, dass man die Filme aus dem Netz umsonst herunterladen kann. Für die Studie wurden von Mai bis August dieses Jahres in einer Online-Umfrage 837 Benutzer verschiedener Tauschbörsen befragt.

Viele Befragte halten die Preise für DVDs [63 Prozent] und einen Kinobesuch [50 Prozent] für zu hoch. "Die Preise zu senken ist aber keine Lösung", sagte der Autor der Studie, Victor Henning, vom Fachbereich Marketing und Medien der Universität Weimar.

Umsatzverluste sollen sich kaum ändern

Nach Ansicht des Experten werden sich die Umsatzverluste, die sich nach Branchenschätzungen auf bis zu 800 Millionen Euro jährlich beziehen, vermutlich nur geringfügig ändern. "Mit den im ersten Jahr bei den kostenpflichtigen Musiktauschbörsen für durchschnittlich 66 Cent verkauften 70.Millionen Titeln sind nur 0,16 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche erwirtschaftet worden", sagte Henning.

Razzien auch auf Flohmärkten

Erst in der vergangenen Woche sind den Fahndern in Thüringen eine Gruppe von Raubkopierern ins Netz gegangen, die Filme, Spiele und Software an 45.000 Kunden verkauft haben. Der Schaden für die Rechteinhaber wird auf eine zweistellige Millionensumme geschätzt.

"Es ist aber auch wichtig, über die kleinen Razzien etwa auf Flohmärkten zu informieren", sagte ZKM-Geschäftsführerin, Elke Esser. Der Aufklärungseffekt bei Jugendlichen sei hier höher. "Die großen Raubkopiererringe sind zu weit weg, um wirklich zu erschrecken."