Welt-Lizenz aus Tirol und Vorarlberg
Heute wurde die österreichische "Creative Commons"-Lizenz im Rahmen der Ars Electronica offiziell präsentiert. Diese an österreichisches Recht adaptierte internationale Lizenz orientiert sich an den verschiedenen Lizenzmodellen für freie Software.
"Creative Commons" lässt Produzenten von [Online-]Inhalten wie Texten, Musik und Bildern genau definieren, welche Nutzung für das jeweilige Werk gestattet ist.
Österreich ist nach den USA, Japan, Deutschland, Taiwan und anderen das siebente Land weltweit, in dem die ursprünglich nur an amerikanisches Recht angepasste Lizenz für die nationale Jurisdiktion adaptiert wurde.
Bis Jahresende sollte "Creative Commons" an alle nationalen Rechtsordnungen der alten EU-Staaten angepasst sein, sagt Georg Pleger, einer der Initiatoren in Österreich.
Bildungsmaterial
Das Projekt wurde im Dezember 2003 aus einer praktischen
Notwendigkeit heraus begonnen, nämlich um Rechtssicherheit für die
[auch grenzüberschreitende] Weitergabe von Bildungsmaterialen zu
schaffen.
Creative Commons Österreich
Lawrence Lessig, InitiatorIm Westen was Neues
Die ersten Unterstützer waren Public Voice Lab [PVL], das seine Tätigkeit von Wien nach Vorarlberg verlagert hatte, und die österreichische Computergesellschaft. Bis jetzt war es vor allem der Westen Österreichs, in dem in Bezug auf "Creative Commons" etwas weiterging.
Bedarf dafür meldete zuerst das Tiroler Bildungsservice an, ein vom Land, der Uni Innsbruck und anderen getragener Verein, der die Aktivitäten im Bereich "Neue Medien" an Tirols Schulen koordiniert. Dann kamen Fachhochschulen vor allem aus dem Westen Österreichs dazu, erzählt Pleger, die ebenso großes Interesse an Rechtssicherheit für ihre Lehrmaterialen hatte.
Die verschiedenen Kombinationen der von "Creative Commons" eingeräumten Möglichkeiten erlauben es nämlich, genau zu definieren, unter welchen Umständen das Werk weiterverbreitet werden darf.
Hier kann der Kreator eines Textes, eines Bilds oder eines Musikstücks zum Beispiel jede Weiterbearbeitung ausschließen, gestatten oder von Bedingungen abhängig machen.
Was wie verwendet werden darf
Damit lässt sich bei der Zusammenstellung von Lehrmaterialen und
anderen Text- und Bildkompilationen sehr einfach und verlässlich
feststellen, was wie verwendet werden darf. Das wiederum vereinfacht
die Prüfung durch einen Anwalt oder macht diese sogar obsolet.
"Open Source" für Kunst und Wissen
