Master-talk fordert 180 Mio. Euro
Das Betreiberkonsortium master-talk, dem Ende Juni 2003 der Auftrag zum Aufbau eines österreichweiten Behördenfunknetzes entzogen wurde, hat der Republik Österreich nun eine Forderung von rund 180 Mio. Euro in Rechnung gestellt.
"Wir haben an das Innenministerium ein Aufforderungsschreiben zur Begleichung dieses Betrags gerichtet", so master-talk-Geschäftsführer Andreas Palffy. Die 180 Mio. Euro würden sich aus den bestehenden vertraglichen Ansprüchen errechnen.
Sollte das Innenministerium der Aufforderung bis 25. August nicht nachkommen, werde man eine Schadenersatzklage einbringen.
Master-talk gehört zu je 32,45 Prozent Siemens Österreich und den Wiener Stadtwerken, 25,1 Prozent gehören der RZB und zehn Prozent dem Verbund.
Master-talk denkt über Klage nachNeues Netz kostet gesamt 130 Mio. Euro
Im Innenministerium will man das bereits eingegangene Aufforderungsschreiben nun "genau prüfen".
Über die verhältnismäßig hohe Summe an "entgangenen Gewinnen" von 181 Mio. Euro sei man "verwundert", zumal der neue Betreiber - ein Konsortium aus Alcatel und Motorola - für das gesamte Projekt insgesamt 130 Mio. Euro veranschlagt habe.
Master-talk hatte die Gesamtkosten des Projekts noch mit 310 Mio. Euro beziffert.
Man wolle jedenfalls festhalten, dass der Vertrag von master-talk gekündigt worden, das von master-talk errichtete Netz nicht exekutivtauglich und das Projektmanagement mangelhaft gewesen sei.
Master-talk hat am 5. Juli 2002 den Zuschlag für "Adonis" erhalten. Nach Streitigkeiten wurde der Vertrag Ende Juni 2003 gekündigt und das 310 Mio. Euro schwere Prestigeprojekt neu ausgeschrieben. Im Juni 2004 wurde der Auftrag für den "Digitalfunk BOS Austria" an Alcatel und Motorola vergeben.
Blaulichtfunk an TA, Alcatel und Motorola
