Durch RFID-Manipulation günstig Shoppen
Die Internet-Community unkte schon lange, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis der Industrie das Funkchip-Steuer aus der Hand genommen wird.
Nun hat der deutschen Security-Anbieters DN-Systems das erste Tool zur Manipulation der gespeicherten Daten auf RFID-Chips [Radio-Frequency-Identification] veröffentlicht.
Bedrohte die RFID-Technologie bisweilen die Privatsphäre der Konsumenten, so könnten nun auch die Händler darunter leiden, meint Lukas Grunwald, DN-Systems-Berater.
"RFDump" für Windows und Linux
Grunwald hat das Software-Tool "RFDump" mitentwickelt. RFDump
läuft unter Windows und Linux, es kann als Java- oder
Gtk-Applikation oder auch als Perl-Script heruntergeladen werden.
"RFDump"Ab November in Deutschland im Einsatz
Ab November 2004 sollen die RFID-Etiketten in Deutschland zur
Kennzeichnung von Waren zum Einsatz kommen.
Warnung vor Funkchip-InflationChaos durch Daten-Tausch
RFDump ermöglicht das Lesen und Überschreiben von RFID-Codes via Handheld. Betrüger können damit ohne weiteres hohe Preise löschen und stattdessen den Code einer billigeren Ware einspeichern.
Durch ein willkürliches Vertauschen von Produktdaten könnte außerdem ein regelrechtes Chaos ausgelöst werden.
Zwar könnte eine Verschlüsselung der Produktdaten vor Betrügern schützen, allerdings sind nur wenige RFID-Chips in der Lage verschlüsselte Informationen zu speichern.
Kennzeichnungspflicht gefordert
Deutschlands oberster Datenschützer hat eine Gesetzesänderung zur
Regulierung von Funk-Chips angemahnt. Peter Schaar fordert eine
Kennzeichnungspflicht, sowie das Recht des Käufers, die darin
gespeicherten Informationen einsehen zu können.
Kennzeichnungspflicht für FunkchipsMehr Privatsphäre für Konsumenten
Laut Grunwald könnte RFDump aber auch für einen besseren Schutz der Privatsphäre von Konsumenten sorgen.
Nach dem Verlassen eines Geschäftes können mit Hilfe der Software sämtliche Produktinformationen auf RFID-Etiketten gelöscht werden.
Damit wird verhindert, dass RFID-Kontrollstellen ausspionieren, welche Produkte ein Konsument bei sich trägt und wo er sie gekauft hat.
