29.07.2004

AUSGETRICKST

Durch RFID-Manipulation günstig Shoppen

Die Internet-Community unkte schon lange, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis der Industrie das Funkchip-Steuer aus der Hand genommen wird.

Nun hat der deutschen Security-Anbieters DN-Systems das erste Tool zur Manipulation der gespeicherten Daten auf RFID-Chips [Radio-Frequency-Identification] veröffentlicht.

Bedrohte die RFID-Technologie bisweilen die Privatsphäre der Konsumenten, so könnten nun auch die Händler darunter leiden, meint Lukas Grunwald, DN-Systems-Berater.

Chaos durch Daten-Tausch

RFDump ermöglicht das Lesen und Überschreiben von RFID-Codes via Handheld. Betrüger können damit ohne weiteres hohe Preise löschen und stattdessen den Code einer billigeren Ware einspeichern.

Durch ein willkürliches Vertauschen von Produktdaten könnte außerdem ein regelrechtes Chaos ausgelöst werden.

Zwar könnte eine Verschlüsselung der Produktdaten vor Betrügern schützen, allerdings sind nur wenige RFID-Chips in der Lage verschlüsselte Informationen zu speichern.

Mehr Privatsphäre für Konsumenten

Laut Grunwald könnte RFDump aber auch für einen besseren Schutz der Privatsphäre von Konsumenten sorgen.

Nach dem Verlassen eines Geschäftes können mit Hilfe der Software sämtliche Produktinformationen auf RFID-Etiketten gelöscht werden.

Damit wird verhindert, dass RFID-Kontrollstellen ausspionieren, welche Produkte ein Konsument bei sich trägt und wo er sie gekauft hat.