27.07.2004

MEHR POWER

US-Militär bekommt neuen Supercomputer

IBM baut für das US-Militär einen Supercomputer, der mindestens in den Top zehn der schnellsten Supercomputer der Welt Einzug halten soll.

Damit will das Militär kurzfristige Wettervorhersagen für die Flotte der US-Navy genauso errechnen wie Modelle der Erd-Atmosphäre. Auch der Einsatz bei der Entwicklung neuer Materialien für Flugzeugflügel oder U-Booten ist geplant.

Der Supercomputer, dessen Kosten sich laut IBM auf weniger als 100 Millionen Dollar belaufen sollen, soll mit 368 High-End-Servern bis zu 20 Billionen Rechenschritte pro Sekunde [Teraflops] bearbeiten können.

Dabei kommen rund 3.000 64-Bit-Prozessoren unter IBMs Unix-Betriebsystem AIX zum Einsatz.

Blue Gene/L kommt 2005

Mit ein Grund für die Auftragsvergabe an IBM war laut dem Direktor des Stennis Space Center in Mississippi, wo der Rechner Einzug halten wird, seine Fähigkeit "anmutig zu versagen", also im Falles eines Problems nahtlos auf ein Backup-System auszuweichen.

IBM arbeitet derzeit an einem eigenen Supercomputer, der die Führung der Supercomputer-Liste übernehmen soll. Blue Gene/L, ein Hybridsystem aus Standard-Clustern und neuen Ansätzen, soll 2005 eine Rechenleistung von 360 Teraflop/s erreichen. IBM rechnet damit, dass die Maschine damit die schnellste der Welt sein wird.

IBM ist bei Supercomputern groß im Rennen, nach Angaben der Veranstalter der Internationalen Supercomputerkonferenz in Heidelberg im Juni stellt IBM 44,8 Prozent der gelisteten Systeme der Top500, gefolgt von HP mit 28 Prozent.

Microsoft drängt auf den Markt

Auch Microsoft schickt sich an, ein Stück vom immer größer werdenden Kuchen der Supercomputer abzuschneiden.

Gridcomputer, vernetzte PCs für mehr Rechenkapazität, ist üblicherweise das Einsatzgebiet des Open Source Betriebyssystems Linux.

Microsoft entwickelt nun eine eigene Version seiner Windows Server Software für High Performance Computing [HPC].

Unter Windows HPC Edition könnten sich die Rechner nahtlos mit Desktop-PCs verbinden, um so im Bedarfsfall mehr Rechenleistung zur Verfügung stellen zu können, meint David Lifka, CTO des Cornell Theory Centers, MS-Partner für High Performance Computing.