MS-Windows für Supercomputer
Die Welt der Gridcomputer, das Vernetzen von PCs für mehr Rechenkapazität, ist üblicherweise das Einsatzgebiet des Open Source Betriebyssystems Linux.
Nun schickt sich auch Microsoft an, eine eigene Version seiner Windows Server Software für High Performance Computing [HPC] zu entwickeln. Für die "Windows Server HPC Edition" werden beim Softwarehersteller derzeit unter anderem Manager, Programmierer und Tester angeworben.
"Um in diesem wichtigen Umfeld gegen Linux/Open Source-Software gewinnen zu können bedarf es Kreativität, Innovation, schnelle Umsetzung und tiefes Engagement bei der Hardware, Software und wissenschaftlichen Partnern?, so eine Jobbeschreibung für den zukünftigen Leiter einer entsprechenden wissenschaftlichen Kooperation.
Bob Muglia, der die Entwicklung von Windows Server leitet, fasste Microsoft Ziele in zwei Punkten zusammen: Das Bauen von Hoch-Leistungs-Clustern und das Sammeln von ungenutzter Rechenkapazität. "Das [Hochleistungsrechner unter Windows, Anm.] ist etwas, was in den nächsten fünf Jahren passieren wird. Es gibt eine Möglichkeit es besser zu machen."
Der Weg zum schnellsten SuperrechnerOptimierung der Rechenkraft
Unter Windows HPC Edition könnten sich die Rechner nahtlos mit Desktop-PCs verbinden, um so im Bedarfsfall mehr Rechenleistung zur Verfügung stellen zu können, meint David Lifka, CTO des Cornell Theory Centers, MS-Partner für High Performance Computing.
Microsoft könnte auch seine SQL Server Datenbank für den Einsatz auf Hoch-Leistungs-Systemen anpassen. Der Hersteller hat bereits angekündigt, dass die nächste Version, die derzeit unter dem Namen Yukon entwickelt wird und nächstes Jahr erscheinen soll, bessere Unterstützung für sehr große Datenbanken und den Einsatz auf Cluster-Systemen mitbringen wird.
Als weiterer Schritt könnte Microsoft die Desktop-Versionen seines Betriebsystems Windows für die Nutzung in Cluster-Systemen auf- und ausrüsten, um für Firmen intern mehr Rechenleistung zu lukrieren.
Der Einsatz für Hoch-Leistungssysteme ist nicht der erste derartige Versuch Microsofts, den Erfolg von Linux bei Servern zu schmälern. Bereits mit Windows Server 2003 tat Microsoft einen Schritt in diese Richtung.
High Performance Computing for Windows Server 2003Starkes Marktfeld
Die Entwicklung einer eigenen Software für Grid-Computing ist aber auch ein Zeichen dafür, dass Microsoft weiter versucht, seine Software speziellen Marktsegmenten und Einsatzgebieten anzupassen und damit mehr Umsatz zu erzielen.
Im letzten Jahr steig der Verkauf von Hoch-Leistungs-Systemen laut Marktforscher IDC um 14 Prozent auf 5,3 Milliarden USD. "Bright Clusters", Linux-Server die für den Einsatz in Clustern vorgesehen sind, kamen im vierten Quartal auf 384 Millionen USD.
Doch in diesem Fall ist Microsoft der Neueinsteiger. Linux wird bereits seit langem in wissenschaftlichen Forschungslaboren eingesetzt, nicht zuletzt wegen seiner Unix-ähnlichen Bedienung.
Um das Umsteigen, nicht zuletzt wegen der Kosten und der zu investierenden Zeit, attraktiv zu machen, müsste Microsoft große Vorteile aufbieten.
Thunder, der zweitschnellste Supercomputer der Lawrence Livermore National Laboratorys, nutzt 512 Linux-Rechner, auf denen Red Hat Enterprise Linux im Einsatz ist. Insgesamt fünf der zehn schnellsten Supercomputer nutzen Linux als Betriebssystem.
Stärkster Supercomputer wird aufgerüstet
