28.06.2004

FLUGHÄFEN

Biometrie-Schleusen als Geschäftsmodell

Ob die Verschiebung der allgemeinen Einführung biometrischer Daten in Reise-Dokumente nun ein Jahr dauert oder wesentlich länger - die Vorlaufphase sieht immer mehr Pilotprojekte.

Immer deutlicher wird dabei, dass sich diese Projekte von reinen Sicherheitsmaßnahmen behördlicher Natur zunehmend abheben und in Richtung Geschäftsmodell zur Refinanzierung des Systems gehen.

Vielflieger, die am meisten über die langen Wartefristen verärgert sind, stehen auch im Mittelpunkt eines Pilotprojekts der US-Behörde für Transportsicherheit [TSA], das heute startet.

Nach Ausweitung des Systems auf die Flughäfen Boston, Los Angeles, Houston und Washington planen die Betreiber eine Gebühr für diesen Service einzuheben, der Wartezeiten einspart.

Die Klasse der Durchleuchteten

2.000 Vielflieger sollen in der Testphase des TSA-Projekts nach Angabe ihrer persönlichen Daten und Abnahme biometrischer Merkmale - Fingerabdrücke und Irisscan - in eine neue Klasse von Flugpassagieren aufgenommen werden.

Diese vorab durchleuchteten und durch Biometrie eindeutig zu identifizierenden Personen werden vorbei an den Warteschlangen der "second security checks" durch Biometrie-Schleusen gehen.

Die Sicherheits-Gegenchecks wurden bei diesem Personenkreis nämlich schon vorab durchgeführt. Vor allem was die Abfrage biometrischer Daten anbetrifft, wird der Rechner-Großverbund des Ministeriums für Heimatschutz, durch die neue, durchleuchtete Passagier-Klasse wesentlich weniger belastet, als durch gewöhnliche Reisende.

Wo die Daten landen

Die Biometrie-Daten der Express-Passagiere verbleiben aber in der IAFIS-Datenbank des FBI.

So wird seit den Notstandsgesetzen rund um den Patriot Act mit allen Daten von allen US-Bürgern verfahren, die aus welchen Gründen auch immer einen Sicherheitscheck hinter sich haben.

Von den 50 bis 60 Millionen Datensätzen stammen bereits knapp die Hälfte von unbescholtenen US-Bürgern, der Rest ist der kriminelle Grundbestand, der laufend ergänzt wird.